Belgien/ Niederlande/Deutschland 2006,Mit Batzul Khayankhyarvaa, Tsetsegee Byamba, Damchaa Banzar, Tserendarizav Dashnyam
Synopsis: Bagi ist ein Sohn der eisigen mongolischen Steppe. Der 17-jährige hat übersinnliche Fähigkeiten. Die Nomaden werden gezwungen, ihre Jurten zu verlassen, wegen einer angeblichen Tierseuche, die ihre bisherige Existenz vernichtet. Von nun an fristen sie ihr Leben in tristen Bergarbeiterstädten. Bagi lernt die hübsche Kohlediebin Zolzaya kennen. Mit ihr und ihren Freunden macht er sich auf die Suche nach den entführten Tieren.Kritik: KHADAK ist ein mongolisches Märchen über die Vertreibung des Menschen aus der Natur. Geschaffen von zwei Regisseuren, die von der Verbindung zwischen Musik und Natur, wie sie in "Koyaanisqatsi" zu finden ist, stark beeinflusst sind. Der in Belgien geborene Anthropologe Peter Brosens und die amerikanische Journalistin Jessica Woodworth drehten beide bereits Dokumentarfilme in der Mongolei und näherten sich so der Kultur und den Menschen. Peter Brosens MONGOLEI TRILOGIE gewann 23 Preise und Auszeichnungen auf internationalen Festivals.
In KHADAK vereinen sie buddhistische Rituale mit Ideen des absurden Kinos, das Ergebnis ist faszinierend. KHADAK heißt das rituelle blaue Tuch, das Bagi seinem Lieblingspferd umbindet, bevor er es freilässt, damit es nicht von den mysteriösen Männern in den weißen Schutzanzügen umgebracht wird, die von der Tierseuche besessen sind. Das blaue Tuch wird noch weitere Male zu sehen sein. Um einen Baum gebunden, vom Himmel fallend. Die Kamerasprache des Films ist überwältigend. Das Blau des Tuchs setzt deutliche Akzente im Kontrast zu den kargen Farben der Erde. Die wenigen Menschen vereinigen sich zu lebenden Tableaus in den Weiten der Steppe und lassen dabei an Filme von Antonioni denken. Diese starken Bilder ergänzt der deutsche Musiksupervisor Michel Schöpping durch seine Auswahl zu einer dichten Atmosphäre. Er kombiniert klassische Stücke des belgischen Komponisten Dominique Lawalrée mit typisch "mongolischen" Klängen und dem Sound der Band "Altan Urag".
Batzul, der Bagi verkörpert, stand noch nie vor der Kamera. Er ist eigentlich Maschinenbaustudent und ein unbegabter Reiter. Während der Dreharbeiten fiel er mehrfach vom Pferd und landete einmal dabei sogar mit gebrochener Hüfte im Krankenhaus. Nomade ist Batzul auch nicht. Dennoch spielt er den Steppensohn mit seiner tiefen Verbindung zur Natur äußerst überzeugend. Mit Steppenkitsch à la DIE GESCHICHTE DES WEINENDEN KAMELS (2003) und DIE HÖHLE DES GELBEN HUNDES (2005) hat KHADAK zum Glück nichts zu tun. Er versucht nicht, zu Tränen zu rühren, sondern will vielmehr den Zuschauer zum Staunen bringen, durch die knalligen Farbkontraste, die lebenden Tableaus, die atmosphärische Musik und seine mystische Geschichte. Nana A.T. Rebhan






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Absurdes Märchen aus der mongolischen Steppe
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