Schriftgröße: + -
Home > Film erleben > Almodovar, Pedro > Die Filme > Kika

Der neue spanische Film

Almodovar auf ARTE: Erfahren Sie mehr über seine Filme!

Der neue spanische Film

19/02/04

Kika

Die Visagistin Kika und der Fotograf Ramón sind ein Paar, seit Kika den vermeintlich Toten ins Leben zurückholte. Sie betrügt Ramón jedoch mit seinem Stiefvater Nicholas. Dieser verbirgt ein mörderisches Geheimnis, dem die Moderatorin einer grellen Reality-Show auf der Spur ist.

Spielfilm, Spanien / Frankreich 1993, Deutsche Synchronfassung
Regie: Pedro Almodóvar
Buch: Pedro Almodóvar;
Mit: Verónica Forqué - (Kika) Peter Coyote - (Nicholas) Victoria Abril - (Andrea "Narbengesicht") Álex Casanovas - (Ramón) Rossy de Palma - (Juana) Santiago Lajusticia - (Pablo) Anabel Alonso - (Amparo) Bibí Andersen - (Susana)
Kamera: Alfredo Mayo
Schnitt: José Salcedo
Produzent: Agustín Almodóvar, Esther García
Produktion: El Deseo, CiBy 2000

Die Visagistin Kika lebt mit dem herzkranken Dessous-Fotografen Ramón zusammen. Kennen gelernt haben sich die beiden, als Ramón - vom Selbstmord seiner Mutter geschockt - in todesähnliche Starre fiel. Ramóns Stiefvater, der amerikanische Schriftsteller Nicholas Pierce, bat Kika damals, die blasse Leiche zu schminken, wodurch Ramón zum Leben erweckt wurde. Seither sind Ramón und Kika ein Paar, doch die lebenslustige Kika betrügt ihren Lebensgefährten mit dessen Stiefvater. Ramón wiederum steht noch in Kontakt mit seiner früheren Geliebten, der narbengesichtigen Andrea. Die moderiert eine ebenso blutrünstige wie erfolgreiche Reality-Show, in der Morde und Unfälle zur besten Sendezeit präsentiert werden. Als Kika in ihrer Wohnung von einem entlaufenen Triebtäter überfallen wird, filmt ein Voyeur ihre Vergewaltigung von einer gegenüberliegenden Wohnung aus. Andrea besorgt sich die Bänder und zögert nicht sie auszustrahlen, womit sie Rekordquoten erzielt. Kika ist zutiefst verletzt und beschämt. Außerdem ist sie enttäuscht von Ramón und verlässt die gemeinsame Wohnung. Nicholas zieht sich in das Landhaus der Familie zurück. Hier konfrontiert ihn Ramón mit einem ungeheuerlichen Vorwurf. Andrea kommt hinzu und versucht Nicholas mit Waffengewalt zu einem medienwirksamen Geständnis zu zwingen. In seinem zehnten Spielfilm treibt Pedro Almodóvar einmal mehr ein virtuoses Spiel mit Elementen aus Sex-and-Crime-Filmen und wechselt virtuos zwischen Groteske und Tragödie. Unter den Protagonisten des Films herrscht eine schwer gestörte Kommunikation. Ramón spricht kaum, Kika hingegen zu viel und Nicholas sagt nur dann ehrliche Worte, wenn sein Gegenüber schläft oder tot ist. "Geschriebene Worte sind die offensten", betont Almodóvar. Außerdem ist "Kika" eine bitterböse Farce über den Medienbetrieb und den Voyeurismus des Fernsehpublikums.

Pedro Almodóvar, einstiges Enfant terrible des spanischen Kinos, wurde 1951 in Calzada de Calatrava in der Mancha geboren. Er wuchs in der Extremadura auf, wo er eine Klosterschule besuchte. Nach dem Zusammenbruch des Franco-Regimes begann er Kurzfilme zu drehen und wurde schnell zum Star der Movida, der Madrider Untergrundkulturbewegung. Nach dem Erscheinen seines ersten Spielfilms "Pepi, Luci, Bom und andere Mädchen aus der Clique" (1980) widmete er sich ausschließlich dem Filmemachen und ist heute der prominenteste spanische Regisseur. Unter anderem drehte er "Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs" (1987), "High Heels" (1991), "Alles über meine Mutter" (1999) und "Sprich mit ihr" (2002). In diesem Jahr wird "La mala educación" erscheinen.

Verónica Forqué, geboren 1955 in Madrid als Tochter eines Regisseurs und einer Schauspielerin, hatte ihre erste Rolle in "Madrid, Costa Fleming" (1975), einem Film ihres Vaters José María Forqué. Mit Pedro Almodóvar arbeitete sie auch in "Womit habe ich das verdient?" (1984) und "Matador" (1986) zusammen. Für ihre Rolle in "Kika" wurde sie 1994 mit dem Goya als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet.

Erstellt: 22-04-04
Letzte Änderung: 19-02-04