Kritik: KILLING FIELDS ist einer der besten Anti-Kriegs-Filme, die je gedreht worden sind. Auch zwanzig Jahre nach seinem Erscheinen hat er nichts von seiner Intensität eingebüßt. Sydney Schanbergs Buch „The Death and Life of Dith Pran“ bildete die Vorlage für das Drehbuch. Der eigensinnige Reporter Sydney Schanberg wurde 1976 für seine Reportagen aus Kambodscha mit dem Pulitzerpreis geehrt. Man merkt dem Film an, dass hier nichts ausgedacht wurde, sondern dass es sich um eine echte Freundschaft handelt, bei deren Bewährungsprobe es um Leben und Tod geht. Eine Freundschaft, für die der loyale Dith Pran fast mit seinem Leben hätte zahlen müssen.
Haing S. Ngor verkörpert den kambodschanischen Fotografen Dith Pran. Er selbst hat erlebt, was er spielt: Haing S. Ngor, gelernter Gynäkologe musste jahrelang unter dem Regime der Roten Khmer geheim halten, dass er Arzt ist, sonst wäre er umgebracht worden. Selbst seine Brille musste er verstecken, sonst wäre er als Intellektueller aufgefallen. In einem Arbeitslager musste er sogar mit ansehen, wie seine Frau bei der Geburt ihres Kindes starb. Hätte er eingegriffen, wären sie beide sofort umgebracht worden. Als Dith Pran spielt er teilweise sich selbst. Für diese ergreifende Darstellung wurde er 1985 mit einem Oscar als bester Nebendarsteller ausgezeichnet.
KILLING FIELDS gewann zwei weitere Oscars, für den besten Schnitt (Jim Clark) und die beste Kamera. Kameramann Chris Menges - der viel für Ken Loach, Stephen Frears und Neil Jordan arbeitete - versteht sich darin, einerseits wunderschöne Bilder aber andererseits auch die Greuel des Krieges direkt einzufangen und zu zeigen. Die berührende Wirkung des Films wird unterstützt durch die ungewöhnliche, manchmal sehr dominante aber stets in einem spannenden Verhältnis zum Bild und der Geschichte stehende Musik von Mike Oldfield.
Dem britischen Regisseur Roland Joffé ist mit seinem ersten Spielfilm (!) ein Meisterwerk gelungen, das auch mehr als zwei Jahrzehnte später nichts von seiner ergreifenden Wirkung eingebüßt hat. Bis in die Nebenrollen hinein ist KILLING FIELDS hervorragend besetzt, John Malkovich ist etwa in einer seiner ersten Filmrollen als Fotograf Alan Rockoff zu sehen, der gemeinsam mit Sydney Schanberg und Dith Pran in Kambodscha ausharrt. KILLING FIELDS ist eine höchst bemerkenswerte Auseinandersetzung mit einem der grausamsten Kapitel kambodschanischer Geschichte.
Nana A.T. Rebhan
Killing Fields
Großbritannien 1984, 139 Min.Regie: Roland Joffé
Mit Sam Waterston, Haing S. Ngor, John Malkovich, Julian Sands, Craig T. Nelson






per E-Mail verschicken
Ergreifender Anti-Kriegs-Film über das Regime der Roten Khmer in Kambodscha
Facebook
Twitter
RSS

