Mit Sarala, Seema Biswas, Lisa Ray, John Abraham
Synopsis: Chuyia wird mit nur 8 Jahren zur Witwe. Die indische Tradition sieht es vor, dass das lebhafte Mädchen nun ihr Leben in einem Heim für hinduistische Witwen zubringen muss. Dort wirbelt sie mit ihrer unbändigen Energie den Alltag durcheinander und freundet sich mit der schönen Kalyani an – der einzigen Frau, die dort ihre Haare lang tragen darf. Sie soll den Männern gefallen, und Geld für alle Witwen „verdienen“...Kritik: Water ist der dritte Teil der Water/Fire/Earth-Trilogie der in Kanada lebenden indischstämmigen Regisseurin Deepa Mehta. FIRE (1996) widmete sich einer lesbischen Liebesbeziehung, ein extrem unübliches Thema im indischen Kino. EARTH (1998) handelt von der problematischen Beziehung zwischen Hindus und Moslems. Deepa Mehta zeigt ihre Heimat, wie sie der Zuschauer nur selten zu sehen bekommt. Damit hat sich die mutige Frau über die Jahre hinweg Freunde wie auch Feinde geschaffen. Bal Thackeray etwa, der Anführer der rechtsextremen Shiv Sena – einer der mächtigsten fundamentalistischen Hindu-Gruppen Indiens – soll gesagt haben, dass Deepa Mehta die Person sei, die er am meisten auf der Welt hasse... Nicht von ungefähr zerstörten nach Drehbeginn vor mehr als fünf Jahren 2000 fundamentalistische Randalierer die Sets der Produktion, und die Regisseurin erhielt immer wieder Morddrohungen. Erst Jahre später konnte der Film unter großer Geheimhaltung in Sri Lanka abgedreht werden.
Water zeigt das entbehrungsreiche Leben der jungen Witwe Chuyia im Indien der späten 30er Jahre. Sicher hat sich u.a. durch den starken Einfluss Mahatma Gandhis seither viel getan. Aber gleichberechtigt sind die Frauen im heutigen Indien noch lange nicht. Deepa Mehta erzählt ihre Geschichte aus der Perspektive Chuyias und aus der ihrer großen Freundin Kalyani. Mit ruhigem Tempo und in sehr schönen Bildern erzählt sie das Schicksal des jungen Mädchens, das lange Zeit nicht begreift, wieso sie nicht mehr nach Hause kann und beständig darauf wartet, dass ihr Vater sie wieder abholt. Sarala aus Sri Lanka spielt Chuyia, es ist die erste Filmrolle ihres Lebens. Sie spricht weder Hindi noch Englisch, ihren Text lernte sie nach Lautschrift. Dem äußerst begabten Mädchen gelingt es, das Kindliche zu erhalten und gleichzeitig eine ihrem Alter unangemessene Ernsthaftigkeit an den Tag zu legen. Lisa Ray spielt Kalyani, die sich in den jungen Juristen und Gandhi-Anhänger Narayan (John Abraham) verliebt. In Indien ist sie ein großer Star und wurde zur „Top Ten Most Beautiful Women of the Millenium in India“ gewählt.Auch Abraham ist ein Bollywoodstar, aber auch die Rolle des ernsthaften jungen Gandhi-Fans weiß er glaubhaft zu verkörpern.
Gut, dass sich die mutige Regisseurin nicht den vielen Drohungen und „Empfehlungen“ beugte, Water nicht im Westen herauszubringen, weil er angeblich ein falsches Bild Indiens zeigen würde. Auf den Spuren des sozialkritischen Filmemachers Satyajit Ray führt sie uns ein Indien jenseits des Bollywoodkinos vor. Obwohl sich der Anfang des Films nahe am Ethnokitsch bewegt, ist Deepa Mehta ein wichtiger Film gelungen, der ein Land zeigt, das immer noch in seinen alten Denkmustern verharrt, noch nicht bereit ist zum Aufbruch in eine neue Zeit. Aus Angst vor den Protesten der Fundamentalisten lief der Film bislang noch nicht in indischen Kinos.Nana A.T. Rebhan






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Eine 8-jährige indische Witwe trotzt ihrem
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