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Kino-News

Schön anzuschauende, aber oberflächliche Verfilmung des Colette-Romans, mit großen Schauspielern, die in schönen Kostümen amüsante Dialoge sprechen.

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Kinostart 03. Juli 2008 - 01/07/08

Wasserlilien

Ein Film von Céline Sciamma


Coming-of-Age-Geschichte aus dem Synchronschwimmermilieu

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Frankreich 2007, 84 Min.
Mit Pauline Acquart, Adèle Haenel, Louise Blachere

Synopsis: Die 15-jährige Marie beobachtet die gleichaltrige Synchronschwimmerin Floriane und verliebt sich in sie. In ihre anmutigen Bewegungen unter Wasser, in ihre körperliche Reife, in ihr ungetrübtes Selbstbewusstsein. Aber Floriane nimmt die ruhige und zierliche Marie gar nicht wahr. Marie kämpft um Aufmerksamkeit, und schon bald gelingt es ihr, sich mit Floriane anzufreunden. Wird diese ihr geben wollen, was Marie sich heimlich erhofft?

Kritik: Es gibt Debütfilme, denen ein ganz eigentümlicher Zauber innewohnt. Eine filmische Art, die Welt in ihrer Unschuld zu sehen, die schon beim zweiten Film verloren gegangen sein kann. Sofia Coppolas Debüt THE VIRGIN SUICIDES war so ein Film. Die träumerische Kamera begleitete schwebend die Schwestern, über dem ganzen Film lag eine eigentümliche Stimmung, die ihn der Wahrheit entrückte. Jetzt ist es wieder soweit: Die gerade mal 27-jährige Französin Céline Sciamma hat einen gut beobachteten Film geschaffen, der ein Lebensgefühl aufleben lässt, das verloren zu sein schien.

Sie gibt es uns wieder, das Gefühl für damals, als Zeit endlos zur Verfügung stand. In der die vier Wände des eigenen Zimmers ein Universum waren, in dem man lebte, schlief, arbeitete und alle seinen geheimen Fantasien ausleben konnte. Dieses intensive Gefühl, das erste Mal verliebt zu sein. Der furchtbare Schmerz, wenn diese Liebe nicht erwidert wurde, oder wenn man viel zu feige war, die Liebe dem anderen zu gestehen - aus Angst, sie könnte nicht erwidert werden.

Mit der stillen, zierlichen und in ihrer Traurigkeit unendlich schönen 15-jährigen Marie dürfen wir all diese Gefühle wieder erleben. Sie hat es nicht einfach. Denn sie hat sich in ein Mädchen verliebt. Aber nicht in irgendein Mädchen. Floriane ist schön, selbstbewusst, und hat anscheinend jede Menge Erfahrung mit Jungs. Außerdem ist sie mit einem der schönsten Jungs bei den Schwimmern zusammen. Marie leidet still und entfernt sich dabei immer mehr von ihrer Freundin Anne. Anne kämpft um Marie, denn Marie ist ihre einzige Freundin. Tollpatschig und mollig wie sie ist, wollen die anderen nichts mit ihr zu tun haben.

WASSERLILIEN erzählt langsam und einfühlsam von den inneren Gefühlen Maries. Der Film scheut sich dabei nicht, in aller Deutlichkeit erste körperliche Erfahrungen zu zeigen, zwischen Marie und Floriane, zwischen Floriane und ihrem Freund, zwischen Anne und Florianes Freund. Die Deutlichkeit und Eindringlichkeit, mit der diese Szenen gezeigt werden, die sehr real wirken, erinnert an Larry Clarks Filme KIDS, BULLY und KEN PARK. Bei aller Neugierde und Entdeckungsfreude ist stets eine große Portion Unsicherheit dabei. Genau diese krude Mischung macht diese Filme so liebenswert und authentisch.

WASSERLILIEN geht aber noch weiter als diese, denn Marie verliebt sich ja in ein Mädchen. Das ist etwas, das in ihrer Umwelt nicht vorgesehen ist, etwas mit dem sie ganz alleine klar kommen muss, denn es gibt niemanden, mit dem sie darüber reden könnte. In wunderschönen Unter- und Überwasseraufnahmen zeigt Céline Sciamma die Synchronschwimmerin Floriane mit dem Team ihrer Mädchen. Der Erotik, die sie dabei setzt, ist sich die Regisseurin durchaus bewusst. Der unschuldig-neugierige Blick Maries reflektiert diese.

Nana A.T. Rebhan

Erstellt: 01-07-08
Letzte Änderung: 01-07-08