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Kino-News

Schön anzuschauende, aber oberflächliche Verfilmung des Colette-Romans, mit großen Schauspielern, die in schönen Kostümen amüsante Dialoge sprechen.

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Kinostart 20. Dezember 2007 - 18/12/07

Dialog mit meinem Gärtner

Ein Film von Jean Becker


Ode an die Freundschaft

Frankreich 2007, 109 Min.
Mit Daniel Auteuil, Jean-Pierre Darroussin, Fanny Cottencon, Hiam Abbass


Synopsis: Ein erfolgreicher Maler kommt aus Paris in das Haus seiner verstorbenen Eltern in der südfranzösischen Provinz zurück. Er heuert einen Gärtner an, und beide stellen fest, dass sie einst Klassenkameraden waren. Langsam lebt die alte Freundschaft zwischen ihnen wieder auf, und beide lernen mit den Augen des anderen zu sehen.

Kritik: Jean Becker, Sohn von Jacques Becker hatte es in Frankreich nie so ganz einfach. Seine Filme wurden des Öfteren von der französischen Kritik verrissen, aber an der Kinokasse war er zumeist erfolgreich. Seit seinem Film Ein Sommer auf dem Lande (Les Enfants du marais, 1999) dreht er ein wenig nostalgische Gutmensch-Dramen, und auch Dialog mit meinem Gärtner passt genau in dieses Schema.

Die Kameraführung ist unauffällig, die Bilder sind gut kadriert und ausgeleuchtet. Seinen Schwerpunkt legt Jean Becker ganz klar auf die Dialoge zwischen seinen beiden Hauptdarstellern, dem selbstgefälligen Künstler aus den etablierten Kunstkreisen der Metropole und dem Gärtner, der das Einfache liebt und schätzt und der sich sein ganzes Leben lang nicht aus der Provinz wegbewegt hat. Doch dass sie beide einst in der Grundschule dieselbe Schulbank drückten, lässt sie "die feinen Unterschiede", die Pierre Bourdieu in seinem gleichnamigen Buch einst so schön beschrieb, vergessen. Sie setzen sich über Standesdünkel hinweg, überbrücken ihre unterschiedlichen Schichten und bringen beide die Bereitschaft mit, mit den Augen des jeweils anderen zu sehen. Mit Daniel Auteuil als dem eloquenten Maler und Jean-Pierre Darroussin als Gärtner hat er damit eine ideale Besetzung gefunden. Gerade Jean-Pierre Darroussin überzeugt in seiner Einfachheit.

So lernt der Maler nach und nach das Leben des Gärtners kennen und schätzen und frischt die Freundschaft zu ihm auf, während dieser sich vorsichtig den Bildern des Malers nähert. In dem neu angelegten Garten sinnieren sie gemeinsam über die wichtigen Dinge des Lebens: über Krankheit, Liebe und Tod, Karotten, Kürbisse und Johannisbeersträucher. Ein wenig kitschig ist es schon, dass es schließlich so weit geht, dass der Maler die für seinen neuen Freund wichtigen Dinge des Lebens künstlerisch verewigt. Am Ende gibt es gar eine Ausstellung in Paris, die überlebensgroßes Gemüse zeigt - und die schicke Kunstsociety ist angetan von dieser Ästhetik der Einfachheit. Die Frage ist nur, ob der Künstler damit nicht die Überzeugungen seines neuen Freundes unabsichtlich verrät - indem er sie den Trends und Launen der wechselhaften und launigen Pariser Kunstclique aussetzt.

Nana A.T. Rebhan

Erstellt: 18-12-07
Letzte Änderung: 18-12-07