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Schön anzuschauende, aber oberflächliche Verfilmung des Colette-Romans, mit großen Schauspielern, die in schönen Kostümen amüsante Dialoge sprechen.

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Kinostart 20. Januar 2005 - 25/01/05

Schneeland

Ein Film von Hans W. Geißendörfer


Dramatische lappländische Frauengeschichte
in läppischer Rahmenhandlung

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Synopsis Nach dem Unfalltod ihres geliebten Mannes fährt Elisabeth, Autorin und Mutter zweier kleiner Kinder in die Schnee- und Eiswüste Lapplands. Dort setzt sie sich den Elementen aus und versucht ebenfalls zu sterben. Aber durch Zufall findet sie Ina - eine alte Frau - tot vor ihrer Hütte und begräbt diese. Von nun an wohnt sie in deren kleinem Haus und liest das Tagebuch der Toten. Elisabeth ist mehr und mehr fasziniert von Inas Lebensgeschichte und findet darüber selbst die Kraft zum Leben wieder.

Kritik Für seine Rückkehr nach über zehn Jahren Kino-Abstinenz hat Geißendörfer den komplexen Roman der schwedischen Autorin Elisabeth Rynell für die Leinwand adaptiert. Die über ein Jahrhundert umfassende Geschichte erzählt in sehr ausführlichen Rückblenden das harte und entbehrungsreiche Leben der jungen Ina (Julia Jentsch) die Elisabeth als alte Frau tot vor ihrer Tür findet. Ina wird von ihrem Vater (Ulrich Mühe) physisch und psychisch missbraucht. Sie findet erst etwas Glück, als der Pferdehirte Aaron (Thomas Kretschmann) in ihr Leben tritt, und sie die Liebe durch ihn kennen lernt.

Die Besetzung der Ina-Geschichte ist Geißendörfer hervorragend gelungen. Der sensible, sonst eher fragil wirkende Schauspieler Ulrich Mühe verkörpert den klotzigen brutalen Vater Inas hervorragend; man bekommt richtig Angst vor ihm. Julia Jentsch (Die fetten Jahre sind vorbei) spielt ebenfalls sehr überzeugend die seelisch und körperlich ausgebeutete Tochter, die irgendwann – als das Fass bereits längst übergelaufen ist - zurückschlägt. Dieser komplexe Strang des Films ist dramaturgisch gut gebaut, hervorragend gespielt und hat eine spannende Geschichte zu bieten.

Leider gibt es aber noch die Rahmenhandlung, in der Elisabeth vom Tod ihres Mannes erfährt, nach Lappland fährt und durch Zufall die tote Ina und deren Lebensgeschichte entdeckt. Mal unter uns gesagt: Diese suizidgefährdete Elisabeth nervt, man will sie gar nicht sehen, wie sie dreist in den Habseligkeiten Inas herumstöbert und begierig deren Tagebuch liest. Das ist unangenehm und der Zuschauer wird ungewollt zum voyeuristischen Mittäter. Selbst wenn man versucht der Elisabeth-Geschichte eine Chance zu geben, ist sie nur halbherzig und halbfertig erzählt. Die suizidgefährdete Mutter und Autorin entschließt sich plötzlich lieber doch nach Hause zu ihren kleinen Kindern zurückzukehren. Diese innere Entwicklung wird aber nicht erzählt. Hätte Geißendörfer auf diese ärgerliche Rahmenhandlung verzichtet, es wäre ihm ein richtig guter Film gelungen.

Nana A.T. Rebhan
Schneeland
Deutschland 2004, 145 Minuten
Buch und Regie: Hans W. Geißendörfer
Mit Ulrich Mühe, Julia Jentsch, Thomas Kretschmann, Maria Schrader

Erstellt: 18-01-05
Letzte Änderung: 25-01-05