Der Eloquente und der Schweigsame haben jedoch etwas gemeinsam: Sie haben beide eine große Aufgabe vor sich, am Ende der Woche, zur selben Zeit. Der eine Auftrag hat mit dem anderen nichts zu tun, doch die zwei Männer verbringen dennoch einige gemeinsame Tage im großen, heruntergekommenen Haus Manesquiers.
Dem Gast wird etwas zu trinken angeboten (0:29, mp3 Audio)
Der Fremde bekommt ein Zimmer in Monsieur Manesquiers Wohnung (0:39, mp3 Audio)
Monsieur Manesquier probiert eine Lederjacke (0:51, mp3 Audio)
Ein Satz um 10 Uhr morgens (0:32, mp3 Audio)
Der eine wird mutig, der andere hätte gerne Pantoffeln (1:18, mp3 Audio)
Seit 40 Jahren Kunde in der Bank (1:01, mp3 Audio)
Stellen Sie sich vor, es sind Konservendosen (1:53, mp3 Audio)
Ein Friseurbesuch Kritik: Als Patrice Leconte noch Komödien und Krimis drehte, konnte man seine Werke weiterempfehlen. Seit einigen Jahren produziert er am laufenden Band Filme über die unterschiedlichsten Themen, die alle dieselbe Schwäche haben: Ihnen fehlt der rote Faden. Ein Beispiel ist der Film Félix et Lola, eine linkische und unerträgliche Liebesgeschichte, die bei der Berlinale 2001 lief. Bei diesem Arbeitsrhythmus hat Leconte wahrscheinlich vergessen, dass er L'Homme du train eigentlich schon vor mehreren Jahren abdrehte.
Der Film ist eine Art Krimi, der einer anderen Zeit zu entstammen scheint und unwillkürlich an den französischen film noir vom Beginn der 80er-Jahre erinnert. Es bleibt jedoch offen, ob dieser Anachronismus nun beabsichtigt ist oder nicht. Mit dem ungleichen Protagonisten-Paar knüpft Leconte an das klassische Konzept der Filme Verlobung des Monsieur Hire und "Unzertrennliches Gespann an, die von der Kritik am gnädigsten aufgenommen wurden.
L'Homme du train lebt von den guten Dialogen, die das alte Frankreich wieder lebendig werden lassen, den immer wieder treffend platzierten Kommentaren und von seinen beiden Hauptdarstellern. Patrice Leconte beschreibt auf intelligente Weise die Atmosphäre lähmender Langeweile in der Provinz. Diese Beschaulichkeit müsste der neuen französischen Regierung eigentlich gefallen, die sich mehr Dezentralisierung auf die Fahnen geschrieben hat, doch als Sujet für einen Film ist das Ganze etwas dürftig.
Auch wenn L'Homme du train an einigen Stellen ungewollt komisch und lächerlich wirkt, muss man dem Regisseur zugute halten, dass er die Zuschauer zumindest nicht 90 Minuten lang erschlägt, wie es bei den meisten anderen Beiträgen des Filmfestivals von Venedig 2002 der Fall war.
Julien Welter
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Das Zweite Leben des Monsieur Manesquier
(L'Homme du train)
von Patrice Leconte
Frankreich, 2002, 90 Min.
Mit Jean Rochefort, Johnny Hallyday und Edith Scob.
Offizieller Wettbewerb Filmfestspiele Venedig 2002






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