Ein deutscher Poète maudit, ein schwarzer Theaterprinz - das war Klaus Michael Grüber für seine Kollegen aus der Theaterwelt. Der 1941 in Neckarelz geborene Regisseur studiert an der Schauspielschule in Stuttgart und assistiert bei Giorgio Strehler im Piccolo Teatro in Mailand. 1971 inszeniert er die "Bakchen" an der Berliner Schaubühne und erregt prompt Aufsehen. Er war ein Rätselkünstler. Sein Blick auf Theater und Oper lag jenseits aller Konventionen. Die Berliner Schaubühne war Grübers große Wirkungsstätte. Gemeinsam mit Peter Stein prägte er drei Jahrzehnte lang das deutsche Theater. Und er war der erste deutsche Regisseur an der berühmten Comédie Française in Paris - mit "Bérénice" von Racine.
Die Schauspieler vom Conservatoire d’Art dramatique in Paris erzählen: „Er ist der König des Details. Eines Tages kommt er zu uns und sagt einfach so: du setzt deine Brille auf, du kaust Kaugummi, und du rauchst deine Zigarette. Das ist schön, aber wir wissen absolut, was wir machen. Er hat die Angewohnheit, uns ständig zu unterbrechen.“
Die "Winterreise" nach Hölderlin, 1977 im von den Nazis erbauten Berliner Olympiastadion aufgeführt. Eine Inszenierung, an Kühnheit kaum zu übertreffen. Grüber stellte höchste Anforderungen auch an die Zuschauer. Die technischen und psychologischen Aspekte des Theaters waren ihm gleichgültig - auf die Gefühle kam es ihm an. Klaus Michael Grüber hat immer da angefangen, wo andere aufgehört haben. Das deutsche Theater hat einen über Jahrzehnte stilprägenden Regisseur verloren.






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