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> Unsere Tipps vom 12.02.2004 > Klavier solo : Franz Liszt:

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12/02/04

Klavier solo : Franz Liszt:

Franz Liszt: Années de pèlerinage
Nicholas Angelich (Klavier)
Verlag: Mirare; Vertrieb in Frankreich: Ambroisie


Les Jeux d'eau de la Villa d'Este



Mit den Années de pèlerinage wagt sich Nicholas Angelich an eines der schwierigsten Werke Liszts. Und liefert eine hoch poetische Interpretation.

Liszts Musik ist nicht leicht zu fassen. Das liegt sicher auch an den vielfältigen Facetten des Komponisten: Musikalische Überbegabung, Virtuosität, Provokationsgeist und zugleich tiefe Frömmigkeit bilden eine seltsame und zuweilen verwirrende Mischung. Liszt sah in der Musik eine Art Synthese, d.h. eine Kunst, die Literatur und Malerei zu einer poetischen Sprache vereint. Ein beredtes Zeugnis von dieser Sichtweise liefern die Années de pèlerinage.
Will man Liszts Streben nachvollziehen, muss man sich auch die instrumentalen Neuerungen seiner oberflächlicheren Werke vor Augen führen. Doch man wage nicht zu hoffen, ihn zu begreifen, so lange man nicht ganz tief drinnen die Erfahrung der Poesie gemacht, im Innersten die Macht einer Metapher gespürt hat oder den gähnenden Abgrund, der sich auftut, sobald man die Grenzen der Sprache zu erfassen versucht.
Denn Musik kann als Metapher gedacht werden, weil sich die Sprache selbst öffnet und Abgründe der Absonderlichkeit freigibt, aus denen schemenhaft Formen aufsteigen.
Und genau diesen geheimnisvollen Ort inszeniert Nicholas Angelich: Der Ton wird zum trügerischen Spiegel, die Musik zur endlosen Landschaft. Auf diese Weise werden die Années de pèlerinage endlich wieder zu einem Werk voller Poesie.

Mathias Heizmann

Erstellt: 10-06-04
Letzte Änderung: 12-02-04


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