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Tschetschenien: Das Schweigen brechen - 11/09/09

Kleine Wunder einer verminten Jugend

Montag 10. August 2009, am frühen Nachmittag. Bewaffnete Männer dringen in die Büros der NGO „Rettet die Generationen“ in Grosny ein und entführen Rayana Sadoulaeva und ihren Mann Alik Djibralov. Einen Tag später werden ihre Leichen, von Kugeln durchsiebt, in einem Vorort der Stadt aufgefunden.

2006 haben wir Ihnen diese junge Menschenrechtskämpferin in „Kleine Wunder einer verminten Jugend“ vorgestellt, einer Reportage von Mylène Sauloy.

  • Tschetschenien : Kleine Wunder einer verminten Jugend

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Grosny ist die am meisten bombardierte Stadt seit dem Zweiten Weltkrieg. Doch Städte sind weitaus leichter wiederaufzubauen als Menschenschicksale…. Die zwei Tschetschenienkriege haben an die 3800 Kriegsversehrte hinterlassen – darunter um die 1000 Kinder – alle Opfer eines Krieges, der seinen Namen leugnet.

Eine junge Frau, Rayana, hat hier ein Reha-Zentrum für sechzig Kinder und Jugendliche gegründet. Die meisten Opfer von russischen Anti-Personen-Minen. Wieder andere wurden bei Beschuss oder Bombardierungen verletzt. Inzwischen wird das Zentrum von der Europäischen Kommission, Handicap International und UNICEF unterstützt.

Bei Rayana finden die traumatisierten Jugendlichen nicht nur medizinische, sondern vor allem psychologische Hilfe. Das Reha-Zentrum ist für viele zur Ersatzfamilie geworden. Rayana und ihr hochmotiviertes Team leisten wahre Wunder. Viele der bein- oder armamputierten Jugendlichen trainieren inzwischen hart für jederlei sportliche Wettkämpfe – einige träumen davon, an den Paralympics teilnehmen zu können.

Darüberhinaus hat Rayana eine kleine Theatergruppe von Kindern gegründet, die mit ihrem Stück an Schulen vor den Gefahren der Minen warnt. Und obendrein hat sie es vor einiger Zeit geschafft, dass 153 Minenopfer von einem deutschen Chirurgenteam in Grosny selbst operiert werden konnten. Noch ein von Rayana organisiertes kleines Wunder…

Erstellt: 13-08-09
Letzte Änderung: 11-09-09