Die Kluft zwischen Arm und Reich wird breiter
Vor allem die hohen Einkommensgruppen haben überproportional mehr verdient in den vergangenen Jahren - und immer mehr andere Menschen haben kaum mehr das Nötigste zum Leben. Dass vor allem die Kinderarmut erheblich zugenommen hat und mittlerweile auf dem Niveau von Tschechien, Kanada und Neuseeland liegt, ist auch nicht gerade beruhigend.Wirklich neu sind die Erkenntnisse in der Tat nicht, bestätigen doch der Armutsbericht der Bundesregierung und andere Studien dieses schon seit Jahren. Jetzt haben wir es nur noch einmal schwarz auf weiß von der OECD bescheinigt bekommen, die 30 Länder von 1985 bis 2005 untersucht hat.
Der Abwärtstrend geht weiter
Die Gründe für den Abstieg sind schnell erzählt: hohe Arbeitslosigkeit, Zunahme der Alleinerziehenden- und Singlehaushalte, ohne dass sich das Steuersystem, das mehr auf die klassische Ehe ausgerichtet ist, darauf einstellt, Transferleistungen, die nicht bei den richtigen ankommen, und die Zunahme geringfügiger Beschäftigung. Dass die OECD für 2007 eine Besserung bescheinigt - wegen der gesunkenen Arbeitslosenzahlen aufgrund der besser laufenden Wirtschaft - mag wissenschaftlich zwar richtig sein und kurzfristig auch stimmen. Der Abwärtstrend wird weitergehen: Die Konjunktur stoppt, Bankenkrise, Rezession. Deutschland ist auf dem besten Weg, sich in die unteren Durchschnittssphären der OECD-Länder, quasi ins Armenhaus, zu bewegen.Dabei gehören wir immer noch zu den reicheren Ländern, leisten Zahlungen in alle Welt, haben ein Gesundheits- und Sozialsystem, von denen Menschen in anderen Ländern, wie den USA, nur träumen können. Unglaublich viel Geld fließt in die Sozialsysteme und geht als Unterstützung an die, die wenig haben. Aber es kommt nicht an und genommen wird es nicht von denen, die viel haben. Der Mittelstand ist Verlierer. Besonders einschüchternd: Wer arme Eltern hat, bleibt in der Regel selbst auch arm, und in keinem Land gibt es so viele Haushalte, in denen überhaupt keiner mehr arbeiten geht.






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