Australien fördert mehr als 200 Millionen Tonnen Kohle jährlich, technisch hoch effizient im Tagebau. Mouhcine El Ghomri dokumentiert den immensen Kohle-Boom in Australien und seine Auswirkungen. Er stellt moderne Steinkohleminen an der Ostküste vor, gibt einen Einblick in den Arbeitsprozess und die Kohleförderung sowie in die Betriebsamkeit der Kohlehäfen. Die Dokumentation zeigt aber auch, welche wirtschaftlichen und ökologischen Folgen die wachsende Nachfrage nach einem Rohstoff wie Kohle für ein Land wie Australien hat.
Wiederholungen : 03.02.2009 um 16.20 Uhr, 05.02.2009 um 11.10 Uhr
(Deutschland, 2008, 29mn)
SWR
Regie: Mouhcine El Ghomri
Australien ist im Kohle-Rausch, im Gegensatz zu Europa. Deutschland, Frankreich und seine EU-Partner fördern heute kaum noch Steinkohle. Australien jedoch ist weltweit hinter China, den USA und Indien die Nummer vier unter den Förderländern. Über 400 Millionen Tonnen baut das Land jährlich ab. Als Kohleexportland steht Australien an der Spitze, über 70 Prozent der geförderten Steinkohle geht ins Ausland.
Der Rohstoffboom verändert das Land. Der Bergbau ist hoch technisiert und effizient. Fast die Hälfte der mehr als hundert Minen arbeiten im Tagebaubetrieb. Die Maschinen sind rund um die Uhr im Betrieb, 24 Stunden täglich, 365 Tage im Jahr. Arbeitskräfte für den Kohleabbau gibt es genug, denn die Minen bezahlen ihre Angestellten und Mitarbeiter überdurchschnittlich. Die Gehälter sind so attraktiv, dass viele Menschen beispielsweise aus der Landwirtschaft in die Minen abwandern. So leidet Australiens Landwirtschaft inzwischen unter Personalnot. Auch in den Städten schließen Geschäfte, weil Besitzer und Angestellte ihren Job kündigen und in die Minen gehen.
Während die Wirtschaft wächst und neue Arbeitsplätze entstehen, beginnen nachdenkliche Politiker und Umweltschützer, auf die negativen Folgen des Kohle-Booms aufmerksam zu machen. Der Abbau hat die Landschaft um die Minen herum einschneidend verändert und zieht deutliche ökologische Folgen nach sich. Die Verbrennung von Kohle produziert Kohlendioxid - einen gefährlichen Klimakiller. Doch die Diskussion über die negativen Seiten des Rohstoffbooms hat in Australien erst begonnen.