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18/01/05

Komm süsser Tod

Ein Film von Wolfgang Murnberger


Tiefschwarze österreichische
Kriminalkomödie

Synopsis

Ex-Polizist Brenner (Josef Hader) verdingt sich nun als Krankenwagenfahrer bei den Kreuzrettern. Obwohl er eigentlich eine ruhige Kugel schieben will, lässt sich Brenner in die Scharmützel der Kreuzretter hinein ziehen, die mit dem Rettungsbund eine Art Krieg um jedes Unfallopfer führen. Dazu kommt ein mysteriöser Mordfall in den eigenen Reihen, und Brenner ermittelt wieder.

Die Kritik zum Film

Eigentlich gelten die Kriminalromane des österreichischen Autors und Werbetexters Wolf Haas als unverfilmbar. Dennoch machte sich Regisseur Wolfgang Murnberger daran, das Unmögliche zu wagen – mit Erfolg. Im Buch gibt es eine Erzählerstimme, die den Leser stetig über die Befindlichkeit Brenners informiert. Diese in den Film zu übernehmen war nicht möglich; aber dafür gibt es nun den Assistenten Brenners. Josef Hader: „Wir brauchten jemanden, der einerseits die schlechte Laune von meiner Filmfigur vergrößert, ihr aber dann doch wieder einige Wortfetzen entlocken kann.“

Der makabre Witz, der stoische Humor, und der zynische Blick Brenners auf die Welt verorten KOMM, SÜSSER TOD als typisch österreichischen Film. Auch wenn Brenner stets im Halbschlaf agiert, besitzt der Film selbst jedoch ein sehr zügiges Tempo, das ihm durchaus gut tut.

Die österreichische Schauspielerin Nina Proll (NORDRAND, HINTERHOLZ 8) darf selbstverständlich auch nicht fehlen. Ihre Rolle macht ihrem Nachnamen mal wieder alle Ehre. Eben noch mit dem Mordopfer liiert, stürzt sie sich gleich auf den nächsten Mann, und zeigt ihm dass sie Mut hat, indem sie ihm inmitten des Lokals vor den neugierigen Augen aller einen bläst.

Nebenbei lässt sich mit diesem Film hervorragend österreichisch lernen, die wirklich schwer verständlichen, in den Dialogen verwendeten Ausdrücke haben deutsche Untertitel bekommen, etwa a Hoibleich’n (eine Halbleiche) und Schaßtrommeln (alte Schachteln). So wie jeder angehende Medizinstudent mindestens einmal den Bestsellerroman HOUSE OF GODS gelesen haben muss, um ein Gefühl für zynische Ärzteroutine zu bekommen, so sei jedem Zivildienstleistenden oder Rettungssanitäter dringend empfohlen, KOMM, SÜSSER TOD anzuschauen. Man merkt es dem Film an, dass der Autor Wolf Haas weiß, wovon er spricht. Wahrscheinlich hat er sich während unzähliger Scheißheisltouren (Routinefahrten z.B. mit Dialyse-Patienten) bereits die einzelnen Kapitel des Romans ausgedacht, an Realitätsnähe jedenfalls fehlt es weder Buch noch Film.

Josef Hader – die geniale Besetzung für Brenner - liefert selbst die schönste Beschreibung seiner Rolle: „Brenner ist einer von denen, die ihr Gesicht wegplaudern können. Es gibt diesen schönen Satz von Voltaire zu einer jungen, sehr gut aussehenden Prinzessin. Der achtzigjährige Voltaire bittet sie, ihm eine Viertelstunde Zeit zu geben, damit er sein Gesicht hinwegplaudern kann. Das ist die Art, wie Brenner sich an Frauen heranmacht.“

Nana A.T. Rebhan
Komm süsser Tod
Regie: Wolfgang Murnberger
Buch: Wolfgang Murnberger, Wolf Haas, Josef Hader nach dem Roman von Wolf Haas
Kamera: Peter von Haller
Schnitt: Evi Romen
Produktion: A 2000 - DOR FILM - Danny Krausz & Kurt Stocker
Musik: Sofa Surfers
Ton: Heinz Ebner
Darsteller: Josef Hader, Nina Proll, Simon Schwarz, Bernd Michael Lade, Michael Schönborn, Barbara Rudnik, Karl Markovics, Reinhard Nowak, Reinhard Simonischek, IIngrid Burkhard, Gottfried Breitfuß, Georg Veitl, Christian Weinberg

DVD
DVD 5 PAL, codefree
Ton:
Sprache: Deutsch
Dolby Digital
Bild:
Farbe
System: PAL
Letterbox 4:3
Extras
Kapiteleinteilung, Linkliste; 108 Min., Farbe, FSK: ab 16

Erstellt: 18-01-05
Letzte Änderung: 18-01-05