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30/06/2005 - Southern Soul - 03/09/08

Kompilation

"Cheatin’ Soul and the Southern Dream of Freedom"


Leiden und leiden lassen, betrügen und betrogen werden, manchmal muss man sich fragen, warum zwei sich liebende Menschen einander oftmals so viele Schmerzen zufügen. Der Soul aus dem tiefen Süden Amerikas, der Southern Soul, gibt auf diese Frage zwar keine Antwort oder hält gar eine Lösung für die Probleme bereit, doch weiß er zumindest die Schmerzen zu lindern.

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Zum Anhören:

Margie Hendrix - "Don't Destroy Me"
Ann Sexton - "I Still Love You"
O.V. Wright - "I Don't Know Why"




Der langjährige Produzent und Songwriter Jerry Williams hat Southern Soul wie folgt beschrieben: „Wer sich in keinem dieser Songs wiederfindet, der muss das Leben einer Nonne, eines Perversen, eines Degenerierten oder Toten leben.“ Die Interpreten des in den 60er und 70er Jahren aufkommenden spezifischen Musikstils aus den amerikanischen Südstaaten grenzten sich in ihren Texten von den glamourösen Liebesgeschichten des populären Rhythm`n`Blues und von den tanzbaren Rhythmen des Northern Soul ab. Stattdessen wählten sie die Schwermut des Blues als stilistisches Mittel, um ihren emotional aufwühlenden Texten über menschliche Dramen wie Dreiecksbeziehung, Erotik und Sexualität eine entsprechende Aura zu verleihen. Aber auch der Gospel spiegelt sich in Form des gemeinschaftlichen Singens über das Leiden der Protagonisten, in der mitreißenden Rhythmik und in dem einbindenden Frage-und-Antwort-Gesang im Southern Soul wider. Und die Konzerte werden von den Sängerinnen und Sängern als kollektive und spirituelle Spektakel inszeniert, bei denen sie den Status eines Zeremonienmeisters einnehmen. Jonathan Fischer, ein hervorragender Kenner der afroamerikanischen Musikgeschichte, ist für die Konzeption und die Musikauswahl der wunderbaren Themenkompilation „Cheatin’ Soul“ verantwortlich und führt in dem zweisprachigen Booklet äußerst aufschlussreich in die Thematik ein. „Cheatin’ Soul“ ist somit nicht nur einer von unzähligen weiteren Soul-Samplern, sondern er bietet einen Blick hinter die Kulissen, der eine zukünftige Wahrnehmung der Songs stark verändert. Denn die Texte stehen nicht nur für ein Verzweifeln an der Liebe, sondern auch für den Kampf einer afroamerikanischen Generation um gesellschaftliche Akzeptanz und politische Integration.



Matthias Schneider

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Kompilation von Jonathan Fischer
"Cheatin’ Soul and the Southern Dream of Freedom"
Trikont / Nocturne

Erstellt: 29-06-05
Letzte Änderung: 03-09-08


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