Schriftgröße: + -
Home > Die Welt verstehen > ARTE Reportage

ARTE Reportage

Das internationale Nachrichtenmagazin. Jeden Samstag um 18.20 Uhr. Im Wechsel moderiert von Andrea Fies und William Irigoyen.

> ARTE Reportage > Korea – an der härtesten Grenze der Welt

ARTE Reportage

Das internationale Nachrichtenmagazin. Jeden Samstag um 18.20 Uhr. Im Wechsel moderiert von Andrea Fies und William Irigoyen.

ARTE Reportage

Samstag 20. Juni 2009 um 19.00 Uhr - 17/08/09

Korea – an der härtesten Grenze der Welt


Von Alexandre Dereims, Hark Joon Lee und Claire Beilvert - ARTE GEIE / Première Nouvelle – Frankreich 2009

Einer Million Menschen im Norden stehen 400 000 Menschen im Süden gegenüber – 50 Jahre Teilung, 50 Jahre Krieg der Nerven zwischen den beiden feindlichen Brüdern Nord- und Süd-Korea. Zum ersten Mal überhaupt öffnete die süd-koreanische Armee Journalisten die Tore in die demilitarisierte Zone an dieser Grenze.

  • Korea - An der härtesten Grenze der Welt

Previous imageNext image

Diese Zone teilt die koreanische Halbinsel in zwei Teile – über 248 Kilometer erstrecken sich die Grenzanlagen mit Stacheldraht und Wachtürmen.
Ganz vorne stehen die Wehrpflichtigen als Grenz-Beobachter in der Nacht.

Sie sind kaum 20 Jahre alt und haben noch keinerlei militärische Erfahrung. Vor kurzem noch war Nord-Korea für sie ein weit entfernter Alptraum und nun ist er zu einem Teil ihres Lebens geworden.

Zwei Prozent aller Wehrpflichtigen leisten hier ihren Dienst - sieben Monate lang, abgeschnitten vom Rest der Welt.

Es sind lange Tage an der Grenze: wecken um 13 Uhr, ein schnelles Frühstück, dann folgen Schießübungen, Waffenreinigen oder Ausbessern der Ausrüstung – am Abend beginnt ihre Wache bis zum Morgengrauen.
Mehrmals in der Woche ist Alarm. Es sind verdammt harte sieben Monate.

Dies ist ein Krieg ohne Schlacht und dennoch sterben Menschen: 2765 Wehrpflichtige haben in den letzten acht Jahren ihr Leben verloren; die Hälfte von ihnen beging Selbstmord, alle zwei Tage stirbt einer durch seine eigene Hand. 2006 warf ein junger Soldat Granaten auf seine Kameraden – acht Soldaten starben und endlich leitete die Regierung eine Untersuchung über die Gewalt in ihrer Armee ein: Schliff bis zum Umfallen, Schläge, sexuelle Gewalt; 372 Anzeigen wegen Mordes wurden erstattet – die Armee Süd-Koreas ist berüchtigt für ihre Brutalität.

Seit zwölf Jahren erst ist Süd-Korea eine Demokratie. Die Armee trägt noch immer das Erbe der Diktatur in sich und die Bedrohung durch den bösen Bruder aus dem Norden rechtfertigt für Viele jeden Missbrauch.

















Auch bei arte.tv

Nord Korea: Wo der Stalinismus singt und lacht

Samstag, 25.7. um 06.00 Uhr

Einreise-Erlaubnis für Nordkorea : die Festlichkeiten zum Geburtstag des toten Diktators Kim Il Sung.


Erstellt: 18-06-09
Letzte Änderung: 17-08-09