Philippe Meste
Seine Waffenskulpturen tauft Philippe Meste "Robogun" oder "Gunpower. Zuerst wird im freien Gelände oder in der Galerie geballert, später im gezielten Einsatz.93 nimmt er den Flugzeugträger Foch mit Signalraketen aufs Korn. Er wird verhaftet, sein Boot von der Armee konfisziert. Am Ende eines 4-jährigen Prozesses ergeht folgendes Urteil: Rückgabe des Corpus Delicti, da es sich um ein Kunstwerk handelt. Philippe Meste: "Ein Angriff auf einen Flugzeugträger ist eindeutig ein Kriegsakt. Wenn man sich im Krieg befindet, gibt es zwar ein paar internationale Abkommen, aber es gelten keine wirklichen Gesetze mehr. Also habe ich sozusagen eine andere Dimension betreten. Ich habe eine Lücke gefunden und etwas getan, gegen das man nichts vorgesehen hatte.
Die Ästhetik der Waffen macht einen großen Teil ihres Angriffspotentials aus. Man sieht ihnen ihre Funktion nicht auf Anhieb an. Diese paar Sekunden, die vergehen, bis das Objekt als feindlich identifiziert ist, sind ausreichend um das - in Anführungszeichen - Ziel zu treffen. Vielleicht ist das eine Art zu zeigen, dass es auch in der Gewalt eine gewisse Schönheit oder Ästhetik geben kann. Ich meine das nicht in Bezug auf das, was ich mache. Ich denke dabei eher an Bilder des Krieges, die ästhetisch wirken."
Antonio Riello
Der italienische Künstler Antonio Riello hat sich der Waffen-Haute-Couture verschrieben. Kalaschnikow, M16 und Uzi werden von ihm standesgemäß eingekleidet, mal sexy, mal Glamour. Ihrem Outfit entsprechend bekommen sie verführerische Namen wie Svetlana, Tamara oder Kelly. Antonio Riello: "Ich setze einem schlechten Gegenstand eine wohltuende Maske auf. Die Idee ist, alles ästhetisch zu verpacken was mit Gewalt, Krieg und Mord zu tun hat. Man kann sagen, dadurch wird das Ermorden von Menschen sauber, elegant, sportlich. "
Als besonderes Bonbon hat sich Antonio Riello einen Freizeitspaß für die ganze Familie ausgedacht: In seinem Computerspiel geht es darum, albanische Flüchtlingsboote abzuballern, bevor sie den Stiefel erreichen. Die zynische Kopie von Space Invaders wird in der italienischen Presse heiß diskutiert.
Antonio Riello: "Es ist so eine Art Momentaufnahme von dem, was im Süden Italiens jetzt, in diesem Moment abgeht. Alles, was heute in den westlichen Staaten passiert, geschieht wie in einem Videospiel. Man sieht nicht mehr das Blut, wie damals in Vietnam. Man sieht das Leiden der Menschen nicht mehr. Krieg ist heutzutage zu etwas Ästhetischem geworden."
Links
>> Philippe Meste - Seine Homepage
>> Antonio Riello: Ladies Weapon
>> Italiani Brava Gente
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TRACKS
Donnerstag, den 07. Juli um 23.30 Uhr
Samstag, den 09. Juli 2005 um 17.50 Uhr
Redaktion: ARTE France, Program33
Wiederholung vom Tracks des 06.07.01
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