Rang | Vormonat | Titel __________________________________________ |
1 | (1) | Wolf Haas: Der Brenner und der liebe Gott Hoffmann und Campe, geb., 224 S., 18,99 € Wien/Kitzbühel: Brenner hat den sechsten Krimi überlebt, nun also der siebte. Der Ex-Polizist und Ex-Detektiv ist Chauffeur und kriegt sein Mündelkind entführt. Vom lieben Gott vielleicht, zur Strafe für Mama Doktors Abtreibungsklinik. Simon sucht Helena – und findet Gott. Welch Wunder! Oh jaa. Haaaas! |
2 | (3) | Aus dem Englischen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann Scherz, geb., 780 S., 16,95 € Dublin/Glenskehy: Detective Cassie Maddox schlüpft in die Rolle einer getöteten Frau, die ihr nicht nur gleicht, sondern auch den Namen trägt, unter dem Cassie Jahre zuvor als Undercover-Agentin niedergestochen wurde. Und gerät in eine Melange aus Kleinmädchenabenteuer und Außenseiterepos. Schön lang. |
3 | (7) | David Peace: Tokio im Jahr Null Aus dem Englischen von Peter Torberg Liebeskind, geb., 416 S., 22,00 € Tokio 1946: In den Trümmern der Stadt liegen zwischen Kriegsleichen die Opfer eines Frauenschänders. Erniedrigte Polizisten, demütigende Alliierte. Entmenschlichung? Menschenleben. Volume 1 von 3 schwarzen Gesängen aus Tokio. Erschütternd. Kein Spaß. Ein wahrer Fall. Große Literatur. |
4 | (-) | Linus Reichlin: Der Assistent der Sterne Galiani Berlin, geb., 388 S., 19,95 € Brügge/Antwerpen/Reykjavík: Seine Leidenschaft für Physik lockt Ex-Kommissar Jensen nach Island. Dort begegnet er der Erfüllung einer Wahrsagung und lebt fortan im Dilemmasalat. Tot – Untot, Kind – Nichtkind, Wahrheit – Lüge. Jensen schlurft durch Ambivalenzen. Reichlin II: Prognostik und Kaleidoskopik. |
5 | (6) | btb, geb., 464 S., 19,95 € Ulm, Stuttgart, Blaustein: Fiona Morny tot, angeklagt der Gatte. Ex-Kommissar Berndorf sucht ihren letzten Beischläfer, findet einen Halsschmuck. Und daran hängt bitterböse deutsche Geschichte. Gelassen, ein wenig frivol, weit gespannt: Ritzel wird im Alter richtig Klasse. |
6 | (5) | Friedrich Ani: Totsein verjährt nicht Zsolnay, geb., 288 S., 19,90 € München: Seit sechs Jahren ist Scarlett verschwunden, ein Nachbarjunge als Mörder verurteilt. Eine Leiche wurde nicht gefunden – und jetzt hat ein Schulfreund Scarlett auf dem Marienplatz gesehen. Polonius Fischer sucht die Verlorene. Ani ganz bitter: Deutschland, ein Fiasko. Nach einem realen Fall. |
7 | (-) | Malla Nunn: Ein schöner Ort zum Sterben Aus dem Englischen von Armin Gontermann rütten&loening, geb., 420 S., 19,95 € Jacob’s Rest, Südafrika 1952: Zwei Ereignisse, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben. Captain Pretorius, unumschränkter Herrscher über das Provinzkaff, treibt tot im Fluss. Die Gesetze zur Rassentrennung werden verschärft. Malla Nunn evoziert einen kaum vergangenen Wahn: Apartheid. Blutrausch. Hatz. |
8 | (-) | Håkan Nesser: Das zweite Leben des Herrn Roos Aus dem Schwedischen von Christel Hildebrand btb, geb., 528 S., 21,95 € Kymlinge/Maardam: Herr Roos gewinnt im Toto, Anna Gambowska haut aus der Entziehungskur ab. Vor ihnen: die erstaunliche Leere Zukunft. Bevor es beiden gelingt, Tritt zu fassen, kommt ihnen ein Mistkerl in die Quere. Inspektor Barbarotti muss ran, trotz Gipsbein. Lebensweise, nachdenklich, hoffnungsfroh: Nesser. |
8 | (2) | Aus dem Amerikanischen von Jürgen Bürger Heyne, TB, 304 S., 8,95 € Im Hinterwald des Südens: Turner, Ex-Cop, Ex-Sträfling, Ex-Therapeut, hat sich aus allem zurückgezogen. Bis der Ritualmord an einem Tramp alles wieder aufwühlt. Das verpfuschte eigene Leben kommt bei der Suche nach dem Täter wieder hoch: Rückzug impossible. Großartiger erster Band der Turner-Trilogie. |
9 | (4)* | Ken Bruen: Jack Taylor fliegt raus Aus dem Englischen von Harry Rowohlt Atrium, PB, 302 S., 16,00 € Galway: „Zwei Sekunden bis Getränk.“ Taylor ist Fachmann für Selbstzerstörung. Er schlägt, meist sich selbst. Sein Büro ist Grogan’s Pub. Rundherum Tote. Darunter ein Mädchen, angeblich Selbstmord, wie etliche andere zuvor. Taylor torkelt. Bruchlandung: Noch nie war ein Detektiv so blau und belesen. |
- Diesen Fall klären wir vielleicht auch noch: Lesen Sie hier ein Interview mit Tobias Gohlis in DIE WELT über die KrimiWelt-Bestenliste
ÜBER JURY UND ENTSCHEIDUNGSFINDUNG DER KRIMIWELT-BESTENLISTE
Die Jury der KrimiWelt-Bestenliste besteht aus 19 Kritikerinnen und Kritikern, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz über Kriminalliteratur berichten. Einmal im Monat benennt jedes Mitglied vier aktuelle Kriminalromane und bewertet sie mit 7, 5, 3 oder 1 Punkten. Neben der Gesamtpunktzahl pro Titel wird berücksichtigt, wie viele Kritiker in einer Abstimmungsrunde für dasselbe Buch votiert haben. Jeder Kritiker darf insgesamt drei mal für das gleiche Buch stimmen. Voten für Bücher, an deren Produktion oder kommerzieller Verbreitung der Kritiker beteiligt ist, sind ausgeschlossen. Zwischen Kriminalromanen in der Originalsprache Deutsch und Übersetzungen wird kein Unterschied gemacht.
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