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24/10/06

Kryotherapie

Extreme Kälte ist in der Lage, Zellen des Organismus und damit Gewebe zu zerstören. Diesen Effekt macht sich die Medizin mit der so genannten Kryotherapie zunutze, z.B. bei der Behandlung von einigen Hauttumoren.

Kyrotherapie bei Hauttumoren
Neben dem gefürchteten schwarzen Hautkrebs - dem Melanom, das sehr schnell in die Tiefe wächst - gibt es eine Reihe weiterer Tumore- sowohl gut- als auch bösartig, die zumindest im Anfangsstadium oberflächlich wachsen. Bei der Kryotherapie werden diese Tumoren mit Kälte behandelt.

Eine Methode ist die Applikation von flüssigem Stickstoff über eine Spraydose. Der Stickstoff hat eine Temperatur von minus 196 Grad, was zur Zerstörung der Tumorzellen führt. Die Behandlung kann mehrfach wiederholt werden. Diese Methode eignet sich für Tumoren, die eine unregelmäßig begrenzte Oberfläche oder eine höckerige Struktur haben, z.B. Basaliome. Das sind bösartige Hauttumoren, die von Zellen der obersten Hautschicht ausgehen. Häufig sind sie im Gesicht lokalisiert. Da die Kryotherapie praktisch keine Narben hinterlässt, bietet sie gegenüber einer herkömmlichen operativen Entfernung der Basaliome entscheidende kosmetische Vorteile. Außerdem dauert das Verfahren nur wenige Sekunden und ist nahezu schmerzfrei. Es gibt auch eine genetische Basaliomerkrankung, bei der die Tumoren beinahe ständig an vielen Stellen des Körpers neu auftreten. Auch hier bietet sich die Kryotherapie zur Behandlung an, denn sonst müssten die Patienten regelmäßig eine Vielzahl von Schnitten über sich ergehen lassen, um die Tumoren zu entfernen.
Mögliche Nebenwirkung der Therapie sind Pigmentveränderungen im behandelten Gebiet, weil auch einige Pigmentzellen (Melanozyten) durch die Kälte zugrunde gehen.

Eine andere Form der Kryotherapie erfolgt über Kontaktsonden, die direkt auf Tumoren aufgesetzt werden. Bei dieser Art der Behandlung wird die Kälte elektrisch erzeugt, die Temperatur liegt bei etwa minus 34 Grad, was durch den direkten Kontakt mit der Haut ausreicht, um Zellen zu zerstören. Diese Methode wird z.B. bei gutartigen Tumoren, die von Blutgefäßen - so genannten Hämangiomen - eingesetzt. Solche Hämangiome sind häufig bei Säuglingen zu finden, die Kryotherapie erspart den Kleinen eine größere Operation.

Behandlung von Gelenkerkrankungen
Kältetherapie kommt auch bei entzündlichen Gelenkerkrankungen zur Anwendung, da sie zu einer Verengung von Blutgefäßen führt. Entzündliche Vorgänge, wie sie beispielsweise bei rheumatischen Erkrankungen vorliegen, gehen mit erweiterten Blutgefäßen einher. Kälte-Auflagen auf betroffene Gelenke können daher helfen, Schmerzen zu lindern. Darüber hinaus hat Kälte einen positiven Effekt auf Schmerzrezeptoren und Schmerzbahnen. Gerade bei rheumatischen Erkrankungen, die mehrere Gelenke betreffen, wird deshalb seit einigen Jahren eine Ganzkörperkältebehandlung in einer Kältekammer durchgeführt. Hier herrschen Temperaturen von etwa minus 110 Grad, die Patienten bleiben circa 1 bis 4 Minuten in der Kammer. Im Rahmen von Kuren oder Rehabilitationsmaßnahmen kann die Kammer während der ersten 2 Wochen täglich besucht werden, danach richtet sich die Häufigkeit nach den Beschwerden. Die Behandlung wird von den gesetzlichen Krankenkassen nur im Rahmen eines stationären Aufenthaltes bezahlt, bei ambulanten Besuchen der Kammer müssen pro Sitzung etwa 15 Euro veranschlagt werden.

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HIPPOKRATES - Gesundheitsmagazin
Dienstag, 31. Oktober 2006 um 14.00 Uhr
Wiederholung vom 14. März 2006
Redaktion: Heidemarie Petters Koproduktion ZDF-ARTE G.E.I.E.

Erstellt: 09-03-06
Letzte Änderung: 24-10-06