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Berlinale 2010

Live-Berichterstattung von der 61. Berlinale vom 10. bis zum 20. Februar 2011.

Berlinale 2010

Montag, 15. Februar um 21.40 Uhr - 08/02/10

Krzysztof Komeda

Soundtrack für ein Leben


Als Komponist der Filmmusik zu den Hollywoodklassikern „Tanz der Vampire“ und „Rosemaries Baby“ schrieb Krzysztof Komeda in den 60er Jahren Film- und Musikgeschichte. Ein tragischer Unfall setzte dem Leben des schüchternen Frauenlieblings jedoch ein jähes Ende. „Soundtrack für ein Leben“ erzählt die Geschichte des Filmmusikkomponisten Krzysztof Komeda, der das kommunistische Polen verließ, um im Westen sein Glück zu finden. Weggefährten wie die Regisseure Roman Polanski, Andrzej Wajda oder Henning Carlsen erinnern sich an den „sanften Rebellen“ und sein filmreifes Leben; viele wenig bekannte Filmausschnitte aus der europäischen Zeit Komedas und der Fokus auf seine ungewöhnliche Musik machen den Film zu einem Fest für Kinoliebhaber und Musikfans.

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Krzysztof KomedaSoundtrack für ein Leben
Dokumentarfilm, Deutschland/Polen, 2009
Mitwirkende: Roman Polanski, sowie Andrzej Wajda, Henning Carlsen u.v.a.
Musik: Krzysztof Komeda, Andreas und Matthias Hornschuh
Mit der Filmmusik zu „Tanz der Vampire“ und „Rosemaries Baby“ schrieb er Film- und Musikgeschichte: der Komponist Krzysztof Komeda. Schon die Geschichte, wie Komeda zu Komeda wurde, könnte den Grundstock einer Filmhandlung abgeben: Geboren als Krzysztof Trzcinski litt Komeda zeitlebens an den mühsam kaschierten Folgen einer Kinderlähmung, die er sich in jungen Jahren zugezogen hatte. Sein Entschluss, Arzt zu werden, um anderen Menschen zu helfen, stand früh fest. Doch der Drang zur Musik war stärker, bald engagierte er sich als Jazzpianist im kulturellen und politischen Untergrund Polens. Um nicht aufzufallen, legte er sich einen Tarnnamen zu: „Komeda“, was nichts anderes heißt als „Arzt“.

Die kurze internationale Karriere des Filmmusikkomponisten Krzysztof Komeda begann, als er dem ebenso jungen Filmemacher Roman Polanski begegnete. Es war der Beginn einer langjährigen kreativen Partnerschaft; Polanski erklärte später, dass Komedas Musik seinen Filmen künstlerisch erst die Richtung gewiesen habe. Zudem sollte Polanski seinen Freund nach Hollywood holen – die Filme „Tanz der Vampire“ und „Rosemaries Baby“ verlangten eine innovative Klangsprache, über die seinerzeit nur Komeda verfügte.

Amerika wurde für Komeda zu künstlerischem Triumph und persönlichem Alptraum zugleich: Zwar löste er sich aus seiner unglücklichen Ehe, sein Verhältnis zu Frauen – darunter der Star aus „Rosemaries Baby“, Mia Farrow – blieb jedoch höchst problematisch. Nie kam Komeda so ganz in den USA an, fühlte sich, obwohl von Polanski in jeder Hinsicht unterstützt, fremd. Anders als oft zu lesen, starb er nicht bei einem Autounfall, sondern an den Folgen eines Sturzes nach einem Alkoholgelage mit einem anderen polnischen Exilanten, dem Schriftsteller Marek Hlasko. Hlasko galt als großes literarisches Talent seiner Generation, außerhalb Polens konnte er jedoch nicht so recht Fuß fassen und schwankte stets zwischen Aggression und Depression.

Komedas Musik zu „Tanz der Vampire“ und „Rosemaries Baby“ paart Humor mit Schrecken, Horror mit Unschuld. Seine Musik war stets auch ein Spiegel seiner Seelenzustände; der Film von Claudia Buttenhof-Duffy folgt der Idee, dass Komeda mit seinen Filmmusiken letztlich auch den Soundtrack zu seinem eigenen Leben geschrieben hat.


Erstellt: 08-02-10
Letzte Änderung: 08-02-10