23/07/09
The Universe of Keith Haring
Mit seinen Männchen ging er in die Geschichte ein: Keith Harings bunte, stark von Graffitis beeinflusste Werke sind bis heute einzigartig. ARTE zeichnet den Lebensweg eines Künstlers nach, der viel zu jung an Aids gestorben ist.
Keith Harings Vermächtnis ist allgegenwärtig: Seine Bilder finden sich an Wänden, auf Postern, T-Shirts, Uhren, in unseren Erinnerungen und in unserer Vorstellungswelt; sie sind zu Ikonen der Moderne geworden.
Haring war eine der berühmtesten Persönlichkeiten der 80er Jahre und zählt zu den beliebtesten sowie bedeutendsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Seinen Ruf als Maler, Graffitikünstler und Designer erwarb er sich nicht in elitären Kreisen, sondern inmitten der lebendigen Straßenkultur.
Als er im Alter von nur 31 Jahren, am 16. Februar 1990, dem HIV-Virus zum Opfer fiel, hatte seine Kunst bereits die Welt weit jenseits seines amerikanischen Geburtslandes geprägt, von Amsterdam bis Australien, von Rio de Janeiro bis Tokio. Während seiner kurzen, aber intensiven Laufbahn wurden Harings Werke in über 100 Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt.
Der Dokumentarfilm enthält unter anderem Originaltonausschnitte aus Interviews, in denen Haring lebhaft von seiner Teilnahme an der New Yorker Untergrundkunstszene und an der homosexuellen Subkultur erzählt. Er beginnt mit der Beschreibung von Harings Kindheit, schildert seinen Werdegang aus vielen verschiedenen Perspektiven und holt den Künstler auf diese Weise in die Erinnerung zurück.
Keith Haring wurde am 4. Mai 1958 in Reading, Pennsylvania, geboren und wuchs im nahe gelegenen Kutztown auf. Bereits sehr früh kam seine Liebe für das Zeichnen zum Vorschein. Die Grundlagen des Comiczeichnens lernte er von seinem Vater und durch Einflüsse aus der Popkultur wie etwa den Comics von Walt Disney.
1976 begann Haring eine Ausbildung an einer Schule für Werbegrafik, der Ivy School for Professional Art in Pittsburgh. Bald brach er diese jedoch ab. Eigenständiges Studium und Arbeiten folgten. 1978 stellte er seine Werke im Pittsburgh Arts and Crafts Center aus.
Im selben Jahr zog Haring nach New York City und schrieb sich an der School of Visual Arts ein, wo er mit Performance-Darstellungen, Videos, Installationen und Collagen experimentierte. Im "Big Apple" tauchte er in die lebendige alternative Kunstszene ein, die sich außerhalb von Galerien und Museen entwickelte, in den Straßen der Innenstadt, in der U-Bahn, Clubs und ehemaligen Tanzlokalen.
Christos öffentliche und zugängliche Objektkunst, besonders das Werk "Running Fence", sowie Andy Warhols Verwischung der Grenzen zwischen Kunst und Leben bestärkten Haring in seinem Entschluss, wahrhaft öffentliche Kunst zu schaffen. 1980 entstanden erste Zeichnungen in U-Bahn-Stationen. Bis 1985 entstanden Hunderte dieser öffentlichen Zeichnungen. Haring erlangte internationale Anerkennung, war in zahlreichen Gruppen- und Einzelausstellungen vertreten.
Darüber hinaus arbeitete er an mehreren öffentlichen Projekten, von einer Animation für die Lichtreklametafeln am Times Square über die Gestaltung von Requisiten und Kulissen für Theater und Clubs, das Design für Swatch-Uhren, eine Anzeigenkampagne für "Absolut Vodka" bis hin zu Wandgemälden in zahlreichen Städten der Welt.
Rund um den Globus gab er Zeichenworkshops für Kinder und lieferte Bildmaterial für zahlreiche Bildungsprogramme sowie weitere öffentliche Kampagnen. Er wurde oft zur Mitwirkung an Gemeinschaftsprojekten aufgefordert und arbeitete mit vielen unterschiedlichen Künstlern, darunter Madonna, Grace Jones, Yoko Ono und Andy Warhol.
Im April 1986 eröffnete Haring in Soho den Pop Shop, ein Geschäft für T-Shirts, Spielzeug, Poster, Buttons und Magnete, auf die seine Werke gedruckt waren. Seiner Kunst sollte einem größeren Publikum zugänglich gemacht werden. Diesem Credo blieb er stets treu. Freunde, Fans und Mentoren wie Andy Warhol unterstützen ihn bei diesem Projekt.
Im Jahr 1988 wurde bei Haring Aids diagnostiziert. 1989 gründete er die Keith Haring Foundation. Ihre Zielsetzung war die Beschaffung von Geldern und Bildmaterial für Aids-Hilfsorganisationen und Kinderprogramme sowie die Steigerung des Bekanntheitsgrads von Harings Werken durch Ausstellungen, Publikationen und Lizenzierung seiner Bilder. Während seiner letzten Lebensjahre setzte der Künstler seine Bilder ein, um über seine Krankheit zu sprechen, Bewusstsein gegenüber Aids zu wecken und zum Handeln zu bewegen.
Erstellt: 07-05-09
Letzte Änderung: 23-07-09
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6 Kommentar(e)
keith haring | phil
27.06.2010 - 00:57
Ich kann mich meinen Vorgängern nur anschließen, und bitte inständigst um eine Wiederholung DIESER Dokumentation, da auch ich ein riesen Keith Haring Fan bin.
keith haring | flo
06.06.2010 - 14:20
liebes arte-team, würde mich sehr freuen, wenn diese sendung wiederholt werden könnte. ich bin ein absoluter haring fan und habe diese doku noch nie gesehen.
interesse | haring - fan
21.04.2010 - 18:42
Hallo ARTE - Team Eine Wiederholung der Dokumentation würde mich sehr freuen.. Vielen Dank.. Ein interessierter ARTE Zuschauer
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