Das aktuelle Album des französischen Gitarristen Titi Robin ist so fantastisch und facettenreich, wie ein musikalisches Kaleidoskop des Okzident und Orients. Robin nimmt uns mit auf seine Reisen nach Indien sowie rund um das Mittelmeer, zu den Wurzeln der arabischen und der Gypsy-Musik.

Titi Robin„Kali Sultana. L’Hombre du Ghazal“
Naϊve /
Indigo 
Titi Robin ist ein rastloser Musiker. Seit über 30 Jahren befindet er sich im musikalischen Dialog mit Arabern und Gypsys und setzt sich intensiv mit ihren Musikkulturen auseinander. Diese Herangehensweise entspricht seiner besonderen Lebensphilosophie, denn er versteht Reisen nicht nur als eine geografische Bewegung. „Was wirklich wichtig ist, ist die innere Reise. Die intensivste Reise findet nicht auf der Straße statt, aber zwischen unseren Träumen und was man in seinem Leben realisiert. Wenn ich Musik spiele, geschieht dies auf diesem Niveau.“ All seine Erfahrungen mit Musikern der unterschiedlichsten Kulturen bündelt Robin nun kongenial auf seinem aktuellem Album, das den Namen der indischen Göttin „Kali Sultana“ trägt. Die „Schwarze Königin“ symbolisiert für Robin die universale und allgegenwärtige Muse seiner künstlerischen Arbeit.

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Unterstützt wird er dabei von langjährigen Wegbegleitern, wie dem Bassisten Kalou Stalin, dem Akkordeonisten Francis Varis, dem Perkussionisten Zé Luis Nascimento sowie dem Klarinettisten und Saxophonisten Renaud Pion. Im Zentrum des Albums steht das transzendente Spiel Robins auf Akustikgitarre, Oud und Bouzouq. An die arabische Musikkultur angelehnt, spielen die Musiker keine festgelegten Songstrukturen, sondern greifen improvisierend einzelne Motive und Themen auf. Die Musiker geben sich einem Fluss von Melodien hin, Raum und Zeit scheinen sich während ihres Spiels aufzulösen. Eingebettet in die elegischen Arrangements zweier Violas und eines Cellos, entsteht eine fesselnde Atmosphäre. Die Melodien überlagern sich, die Rhythmen variieren und dennoch fügen sich die verschiedenen Stimmen der Instrumente harmonisch ineinander. Im zweiten Part des hauptsächlich instrumentalen Projekts verleiht der Gesang von Maria Robin, Titi Robins Tochter, der Musik eine zusätzliche Intensität. „Kali Sultana“ offenbart auf wunderbare Weise die großartige Vielfalt der Musikkulturen des Orient und Okzidents.
Matthias Schneider