Nach der Bandgründung 1968 in Köln machen Can sich einen Namen in der Soundtrack-Produktion. Als Sänger Malcolm Mooney, ein depressiver US-Bildhauer, die Band nach einem Zusammenbruch verlässt, läuft ihnen der 20jährige Suzuki über den Weg.
Damo Suzuki: "Japan hatte, wie Deutschland und Italien, den Krieg verloren, und alle drei Nationen litten unter Identitätsverlust. Kultur wurde komplett aus Amerika und England importiert. Ich steckte mittendrin in dieser Geschichte und wollte mit eigenen Augen sehen, was in der Welt passiert, statt auf meiner Insel zu sitzen."
Als die Jungs von Can den Backpacker auf der Straße betteln sehen, holen sie ihn noch am selben Abend ins Boot. Die Mischung aus den vier virtuosen Gründungsmitgliedern und dem halluzinogenen Wahnsinn von Damo ist explosiv. Nach einem Probekonzert in München, das in einer Schlägerei endet, hat Damo den Job. Auf der Kommandobrücke der MS Can stehen Irmin Schmidt und Holger Czukay, Schüler eines der bedeutendsten Komponisten der Neuen Musik, Karlheinz Stockhausen. Die drei Alben, die Can in der Suzuki-Ära veröffentlichen, machen die Band zur Vorhut des Krautrock, wie der deutsche Art-Rock zunächst leicht abfällig genannt wird. Zwischen Elementen aus Jazz, Konkreter Musik und Weltmusik bleibt viel Raum für Improvisation. Die Musiker gehören zu den ersten, die mit Tonbandkollagen arbeiten, und ihre Methode der „spontanen Komposition“ macht Schule.
Gerade als man glaubt, die deutschen Pink Floyd gefunden zu haben, macht Damo den Syd Barrett und steigt 1973 aus der erfolgreichen Combo aus, um Zeuge Jehovas zu werden. Nach Damos Ausstieg schwimmen Can auf der Discowelle und landen mit "I Want More" ihren einzigen kommerziellen Erfolg. Damo dagegen lässt Musik Musik sein und hält sich über 10 Jahre mit Gelegenheitsjobs über Wasser.
Damo Suzuki: "Anfang der 80er hatte ich Krebs. Nach der Operation 1983 konnte ich ein halbes Jahr gar nichts machen. Doch irgendwann ging ich auf ein Festival und bekam wieder Lust, Musik zu machen. Aber anders als früher. Keine LPs oder sonstigen Aufnahmen, sondern nur als Liveband."
Jeden Abend ein komplett improvisiertes Konzert mit einer anderen lokalen Band – das ist das neue Konzept von Damo Suzuki‘s Network. Montreuil, Oktober 2008: Damo improvisiert mit den French Doctors, einem französischen Noise-Kollektiv. Bei Chefkoch Damo kommt garantiert nie zweimal dasselbe auf den Tisch.
Links
- Damo Suzukis offizielle Website
- Offizielle Website der French Doctors
- The French Doctors auf MySpace
- Interview mit Irmin Schmidt von Can
- Unser Dossier zum Krautrock
- "Damo Suzuki, le chant de l'imprévu", by Jérôme Florenville.
Auch in der Reportage zu sehen
2007 sampelt der Rap-Star Kanye West Damos Stimme für seinen Titel.Konzerte
18.03.09 - Brest beim Festival Invisible25.04.09 - Wetzlar (Deutschland)









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