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In der 1964 im Pariser Museum für Moderne Kunst veranstalteten Ausstellung "Mythologies quotidiennes" setzten sie sich auf rein figurative Art und Weise mit Themen des Alltagslebens auseinander. Die Ausstellung wirkte wie ein Appell an die Malerei, zu ihrer zentralen gesellschaftlichen Funktion zurückzufinden, zu ihrer in Vergessenheit geratenen Neigung, sich einzumischen und sich mit Menschen auseinanderzusetzen, die ihr fremd gegenüber stehen.
1965 schwelte die Revolte: Als erster bekam das Marcel Duchamps, Papst der Konzeptkunst für die einen, Totengräber der Kunst für die anderen, zu spüren. Gilles Aillaud, Eduardo Arroyo und Antonio Recalcati schilderten mit ihrem Kollektivwerk "Vivre et laisser mourir ou la fin tragique de Marcel Duchamps" in acht rein figurativen Bildern den Aufstieg und imaginären Fall Duchamps und lösten bei der Ausstellung in Paris einen Skandal aus.
Beim 17. "Salon de la jeune peinture" im Januar 1966 wurden Arbeiten neuer Weggefährten der Bewegung ausgestellt: Vladimir Vélikovic, Daniel Buren, Robert Malaval und Roland Topor. Erklärtes Ziel des Salons war es, dass die Malerei zur Wahrheitsfindung beitragen sollte. In Havanna mischten sich Maler wie Adami, Aillaud, Arroyo, Erró und Monory unter die kubanischen Künstler, um in einem kreativ-bunten Tohuwabohu der Bilder ihre Solidarität mit dem kubanischen Volk zu bekunden. Doch die Euphorie unter den Tropen fand ein jähes Ende, als Fidel Castro den Einmarsch der UdSSR in Prag als "politisch notwendig" bezeichnete. Einen 18. "Salon de la jeune peinture" sollte es nie geben.
Zwischen Studentenbewegung, Feminismus und freier Liebe: Mit Protest-Ikonen an der Spitze kämpfte im Mai 1968 eine ganze Generation in Europa für den gesellschaftlichen Umbruch. Der große ARTE-Schwerpunkt "1968" wirft einen Blick auf die verheißungsvollen Worte und Taten jener Zeit und hinterfragt, was von den Hoffnungen der 68er übrig blieb. Die einzelnen Sendungen im Überblick:
(2/2) Die Studentenproteste vom Mai 1968 erreichen auch die jungen Pariser Künstler: Aillaud, Arroyo und Rancillac richten an der besetzten Pariser Hochschule für Bildende Kunst eine rund um die Uhr arbeitende Siebdruckwerkstatt ein. Auf Betreiben von Kritikern, Künstlern und Galeristen werden die großen Pariser Museen geschlossen. Die meisten zeitgenössischen Kunsthändler schließen sich der Bewegung an.
Die Kunst geht nun in die Fabriken, wo Ausstellungen veranstaltet werden, so beispielsweise "Une salle rouge pour le Viêt-Nam" in dem bestreikten Flugzeugwerk Nord Aviation. Bei Renault gibt der Regisseur Jean-Luc Godard den Arbeitern Kameras in die Hand, damit sie ihre eigene Fabrikbesetzung filmen.
Als 1972 auf Anregung des französischen Staatspräsidenten Georges Pompidou im Pariser Grand Palais die Ausstellung 72/72 stattfindet, bei der 72 Künstler verschiedener zeitgenössischer Strömungen ihre Werke präsentieren, lehnen einige der eingeladenen Maler, darunter Adami, Arroyo, Aillaud, Buren und Dubuffet, die Teilnahme ab. Am Tag der Vernissage entrollen 250 Demonstranten vor dem Eingang zur Ausstellung ein Transparent mit den Namen der Verweigerer. Die fünf Maler hängen ihre Werke wieder ab und verlassen das Museum. Die Bilder halten sie wie Schilder den auf der Straße postierten Polizisten entgegen, die sich daraufhin zurückziehen, um nicht auf Kunstwerke einzuschlagen.
Doch so langsam verbreitet sich unter den Protestlern der 68er-Bewegung Enttäuschung darüber, dass sich weder in der Kunst noch in der Gesellschaft viel verändert zu haben scheint. Verunsichert wenden sich die Maler der "Figuration narrative" vorübergehend anderen Ausdrucksformen zu: Adami, Erró und Monory dem Film, Rancillac der Pornographie, Télémaque der Objektkunst und Klasen der Installation. Doch bald finden sie zur Malerei zurück, und ihr malerischer Duktus gewinnt an Subtilität und Präzision. Die "Figuration narrative" wird offener und zugleich illusionsloser






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