Der „Hof für die Pachteinnahme“ ist eine spektakuläre Skulpturengruppe. Das aus mehr als 100 lebensgroßen Figuren bestehende Ensemble ist fest im kollektiven Gedächtnis Chinas verankert. 1965 von Lehrern und Absolventen der Kunstakademie Sichuan als ortsspezifische Installation in Dayi geschaffen, wurde die Figurengruppe bald zu einem Musterkunstwerk der ab 1966 eingeleiteten Kulturrevolution erklärt.
Von mehreren Varianten, die in den darauf folgenden Jahren angefertigt und überall im Land ausgestellt wurden, ist eine einzige bis heute erhalten geblieben. In einer dramatischen Szenenfolge, die traditionelle chinesische, sowjetische und westliche Elemente zusammenführt, stellt sie die Ausbeutung der Landbevölkerung durch einen reichen Grundbesitzer der vorkommunistischen Ära dar.
In jüngster Zeit wurde das Werk wiederholt von jungen chinesischen Künstlern aufgegriffen und fand Eingang in die aktuellen Diskussionen zur zeitgenössischen Kunst in China. „Metropolis“ hat sich in China auf die Spuren des Großwerks begeben und dabei auch einige unliebsame Begegnungen mit der Sicherheitspolizei gehabt.
Ein Beitrag von Samuel Schirmbeck
Internet:
www.rent-collection-courtyard.de
(englisch und deutsch)
(deutsch)







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