Auch die beiden Brüder Harry und Louis Leichnig sind Vanillebauern. Sie haben von ihrem Vater gelernt, wie man den „Pfeffer“ der Konditoren und Dessertkünstler pflanzt und erntet. Die Vanille ist eine Kletterpflanze, die sich bis zu 60 m hoch in die Kronen der Bäume rankt. Mindestens drei Jahre müssen sie wachsen, bevor sie das erste Mal Früchte tragen. Im Juli werden die ersten Schoten reif und können gepflückt werden. Im Rohzustand haben sie aber noch nicht das charakteristische Aroma, das sie für Feinschmecker so unglaublich verführerisch macht. Das bekommen sie erst durch einen Veredelungs-Prozess. Es ist ein kompliziertes und teures Trocknungs- und Gärungsverfahren, das die Vanille zu einer Kostbarkeit macht. Sie wird so lange getrocknet, bis sie weich ist, ihre charakteristische dunkelbraune Farbe hat und von einem feinen kristallinen Überzug aus dem Hauptaromastoff Vanillin überzogen ist.
Ihre duftenden Schoten verkaufen die Leichnigs auf dem Markt – jeder an seinem eigenen Stand. Und dabei kann es schon einmal vorkommen, dass der eine Bruder dem anderen die Kunden abspenstig zu machen versucht.Natürlich spielt die Vanille auch in der Küche von La Réunion eine bedeutende Rolle – und das nicht nur bei Süßspeisen: Harrys Frau Nathalie bereitet beispielsweise auch Huhn und Ente mit den delikaten Schoten zu. Am liebsten kocht sie in ihrer „kreolischen Küche“ auf traditionelle Weise über einem Holzfeuer. Dort werden viele ihrer Gerichte über sanfter Hitze geschmort. Auf der tropischen Insel Réunion hat man eben keine Eile.







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