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Cannes 2005 - Un certain regard - 23/05/05

La Terre abandonnée

Ein Film von Vimukhti Jayasundara


Eine Geschichte vor dem Hintergrund der politischen Situation in Sri Lanka


(Sri Lanka, 2004, 108 Min.)
Mit: Mahndra Perera, Kaushalya Fernando, Nilupili Jayawardena

Synopsis: Sri Lanka nach dem Waffenstillstand: „La Terre abandonnée“ spielt in einer ländlichen, dünn besiedelten Gegend Sri Lankas. Es herrscht eine seltsame Stimmung, alles ist geprägt von Ungewissheit. Ein Paar lebt in einem einsam gelegenen Haus. Der Mann geht jeden Morgen mit seinem Gewehr aus dem Haus, denn sicher fühlt er sich noch lange nicht. Die Streitkräfte, die er früher bekämpfte, sind noch immer in der Nähe. Die Menschen in der Region erleben einen düsteren Alltag, die Hoffnung scheint weit weg zu sein, und das Leben besteht aus kleinen alltäglichen Begebenheiten und unerträglichem Leid.

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Trailer
Vimukthi Jayasundara im Gespräch mit ARTE

Kritik: Vimukthi Jayasundara erzählt seine Geschichte vor dem Hintergrund der politischen Situation in Sri Lanka, wo sich die srilankischen Streitkräfte jahrelang blutige Auseinandersetzungen mit tamilischen Guerillaeinheiten lieferten. „La terre abandonnée“, der erste Spielfilm des 27-jährigen Regisseurs, beschreibt die völlige Unsicherheit nach dem Bürgerkrieg, eine Situation, bei der man weder von einem offenen Konflikt noch von Frieden sprechen kann. Entstanden ist ein Werk, das geprägt ist von einer großen Schwere, Stille und Nachdenklichkeit.

Vimukthi Jayasundara bedient sich von Anfang an einer starken Bildsprache und arbeitet an mehreren Stellen mit Sinnbildern: So sieht man eine Hand aus dem Wasser auftauchen, es ist ein stummer Hilfeschrei, der den Zuschauer unwillkürlich zusammenzucken lässt.

Die Bilder sind von bedrückender Schönheit. Der Regisseur hat sich einer großen Herausforderung gestellt und sich selbst hohe Maßstäbe gesetzt: Sein Ansatz besteht darin, die Folgen des Bürgerkrieges auf poetische Weise zu schildern, statt sie schlicht und einfach dokumentarisch darzustellen. Dank der Einheit des Ortes, dem verhaltenen Erzähltempo und der Beschränkung auf einige wenige Figuren geht der rote Faden nie verloren.

Der Film erzählt, über den Umweg langsamer, stiller Sequenzen, von einer außerehelichen Beziehung zwischen einer Einheimischen und einem Soldaten, der in dieser verlassenen Gegend stationiert ist, und vom furchtbaren Gewissenskonflikt der Hauptfigur. Die Soldaten wollen die „Schmutzarbeit“ nicht selbst erledigen, denn dies würde sie bis in ihre Träume hinein verfolgen. Sie zwingen den Protagonisten, einen Gefangenen zu töten, dessen Gesicht er nicht sieht, der einer seiner Freunde sein könnte. Er erlebt eine nie gekannte Einsamkeit.

„La Terre abandonnée“ ist ein zutiefst schmerzlicher Film, der Vimukthi Jayasundara auf eine Stufe stellt mit anderen modernen und engagierten Regisseuren wie dem Thailänder Apichatpong Weerasetakhul und dem Kambodschaner Rithy Panh.

Julien Welter


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Sulanga enu pinisa

Ein Film von Vimukhti Jayasundara
(Sri Lanka, 2004, 108 Min.)
Mit: Mahndra Perera, Kaushalya Fernando, Nilupili Jayawardena

Erstellt: 14-05-05
Letzte Änderung: 23-05-05