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Kino-News

Schön anzuschauende, aber oberflächliche Verfilmung des Colette-Romans, mit großen Schauspielern, die in schönen Kostümen amüsante Dialoge sprechen.

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Kinostart 22. Februar 2007 - 26/02/07

La mome - La vie en rose

Ein Film von Olivier Dahan


Das dramatische Leben der Edith Piaf

Frankreich/Großbritannien/Tschechische Republik 2007
Länge 140 Min.Format 35 mm,
Mit: Marion Cotillard, Sylvie Testud, Gérard Depardieu, Pascal Greggory, Emmanuelle Seigner, Jean-Paul Rouve, Clotilde Courau, Marc Barbé, Caroline Sihol, Catherine Allégret, Jean-Pierre Martins, Alban Casterman
Berlinale 2007 - Wettbewerb



  • Synopsis

Der Film erzählt das dramatische Leben der Edith Piaf, die ihr Herz ganz dem Chanson gewidmet hat. Geboren in ärmlichsten Verhältnissen hat sie es zum Weltstar gebracht, und doch hörte der Kampf für sie nie auf.

Im Gespräch mit Regisseur Oliver Dahan
(Windows Media)

Trailer La Vie En Rose (1'46 Min.)
Real Video
Windows Media


  • Kritik

Am 22. Januar 2004 um 15.46 Uhr schickte Regisseur Olivier Dahan dem Produzenten Alain Goldman folgende SMS: „Ein Film über Musik und Liebe. Ein tragischer, romantischer Blockbuster. Es geht um ein französisches Thema mit internationalem Ansatz. Ein Spielfilm über Edith Piaf.“ Goldman sagte sofort zu, heute eröffnet der Film die 57. Internationalen Filmfestspiele Berlin. Ein Film, wie man es von einem Eröffnungsfilm erwartet: Er besitzt Glamour und Dramatik und er lebt von seiner Musik.

Hauptdarstellerin Marion Cotillard hat eine hervorragende Arbeit geleistet. Sie spielt nicht nur die Piaf in ihren jungen Jahren, sondern verwandelt sich auch - dank aufwendiger Maskenarbeit -in die todkranke, dahinsiechende Künstlerin. Ihr gelingt es, diese zerbrechliche Frau, den Spatz von Paris wieder auferstehen zu lassen, die Originalstimme Piafs ertönt zu ihren Gesten.

Olivier Dahan erzählt seinen Film nicht chronologisch. Immer wieder verwebt er Gegenwart mit Vergangenheit, so dass das Leben der großen Künstlerin wie ein einziger großer Traum wirkt, in dem sich ein ganzes Leben verdichtet. Ein Albtraum bisweilen. Immer dann, wenn die kleine Edith endlich einmal einen Menschen gefunden hat, den sie liebt und der ihre Liebe erwidert, wird er ihr brutal entrissen. Mal verschleppt sie ihr Vater, mal kommt das Jugendamt und nimmt ihre beste Freundin mit, mal schlägt der Tod zu und bringt ihre größte Liebe um. Dieses Trauma wiederholt sich ihr Leben lang.

Meisterhaft kondensiert Olivier Dahan dieses Gefühl in der Schlüsselszene des Films: Edith erwartet ihren Geliebten, den Box-Weltmeister Marcel Cerdan, die große Liebe ihres Lebens. Sie imaginiert ihn sich, doch die Realität sagt ihr anderes: Ihre Vertrauten versuchen ihr schonend beizubringen, dass er in seinem Flugzeug ums Leben gekommen ist. Die Szene ist eine einzige, komplizierte lange Einstellung. Sie endet mit einer Fahrt, die die Piaf schließlich auf der Bühne stehend zeigt. Sie singt von seinem Tod, und von ihrer großen Liebe zu ihm.

LA VIE EN ROSE versucht ihre wichtigsten Lieder direkt mit ihrem bewegten Leben in Einklang zu bringen. Er berührt emotional und scheut das Pathos nicht. Er versucht dabei aber nicht, gefällig zu sein. Zeigt auch die Schattenseiten des Erfolgs und ihrer komplizierten Persönlichkeit. Eine herrische Frau, die ihre Liebsten herumkommandiert. Eine Frau, die die allergrößte Angst hat vor der Einsamkeit, größere Angst als vor dem Tod. Am 11. Oktober 1963 stirbt sie, zurückgezogen in einer Villa in Grasse. Am selben Tag stirbt auch ihr Freund Jean Cocteau, der einmal über sie gesagt hat: „Jedes Mal, wenn die Piaf singt, meint man, sie risse sich endgültig die Seele aus dem Leib.“ Dieses Gefühl weiß der Film zu transportieren und das ist nicht eben wenig.

Nana A.T. Rebhan
La mome - La vie en rose
Frankreich 2007, 140 Min.
Regie: Olivier Dahan
Mit Marion Cotillard, Sylvie Testud, Pascal Greggory, Emmanuelle Seigner
Eröffnungsfilm der Berlinale

Erstellt: 20-02-07
Letzte Änderung: 26-02-07