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DVD-News - 20/09/07

Last Days

Ein Film von Gus Van Sant


Kritik:  Gus Van Sants Drama LAST DAYS ist von beeindruckender Intensität. Sicher will man sich nicht direkt anschließend die Extras dieser DVD ansehen, aber einige Stunden später könnte es durchaus passieren, dass man mehr über diesen grandiosen Film erfahren will. Besonders das 20-minütige "Making Of", bei dem Felix Andrew für Regie, Kamera und Schnitt verantwortlich zeichnet, verrät mehr über die Hintergründe dieser ungewöhnlichen Produktion. Auffallend an Gus Van Sants Film ist es, dass er jegliche Manipulation des Zuschauers vermeidet, oder wie es Produzent Dany Wolf auf den Punkt bringt: "Die Reinheit von Gus Van Sants Filmen wird dadurch gekennzeichnet, dass sie nicht manipulativ sind. Gus nutzt nicht die traditionellen Methoden wie etwa die Filmmusik, die in einer lustigen Szene Gefühle verstärkt. Oder durch traurige Musik in einer traurigen Szene. Der Schnitt schreibt dir nicht vor, wohin man gucken muss, oder worauf man achten muss. All diese Formen der Manipulation, die bei Film und Fernsehen Standards sind. Es ist eher eine reine Präsentation, und Interpretieren muss man es selbst." Diese Produktionsmethode birgt erstaunliche Ergebnisse und überrascht bisweilen nicht nur die Zuschauer, sondern auch die Schauspieler selbst.
 
Alle beteiligten Schauspieler lobten den kreativen Prozess. Lukas Haas, einer der Hauptdarsteller sagt: "Es ist der kreativste Film, an dem ich je gearbeitet habe. Es gibt kein Script, es hat sich wirklich alles entwickelt. Es gibt keine Regeln, wie man es machen soll." Auch in seinen Entscheidungen ist der Regisseur oft sehr spontan. Als ein Vertreter in die Kostümprobe platzte, der für die "Gelben Seiten" arbeitete, gefiel ihm dieser so gut in seiner Funktion, dass er ihn einlud, in seinem Film mitzuspielen. Produzent Dany Wolf musste den Mann daraufhin mehrfach anrufen und zum Drehen einladen, da dieser es einfach nicht glauben konnte, dass der Regisseur es ernst gemeint hatte.
 
Kameramann Harris Savides beschreibt die spezielle Arbeitsmethode des ungewöhnlichen Regisseurs, die sich natürlich auch  stark auf seine Arbeit auswirkt: "Wir berücksichtigen seine Richtlinie: Die Vereinfachung der Struktur und ein Minimum an Einstellungen. Es gibt den Versuch, vieles in einer Einstellung zu drehen, in einer Master- Einstellung, und den Dialog zu minimalisieren."
 
Beim "Long Dolly Shot" sieht man die Bemühungen des gesamten Filmteams, eine Einstellung mit nur zwei Schienen möglichst lange zu drehen, was zu einigen Schwierigkeiten führt, weil der Take immer wieder unterbrochen wird. Nach dem achten Mal klappt es endlich. Eine "Deleted Scene", eine ausgemusterte Szene, knapp acht Minuten lang zeigt aus der Vogelperspektive die Bemühungen Blakes, Musik zu machen. Sie ist nicht so speziell, da es noch einige ähnliche Szenen im Film selbst gibt.
 
Das Musikvideo zeigt den "Happy Song" der Band Pagoda. Regie führte Christian Zucconi. Drei Jungs mit langen strubbeligen Haaren wie Blake selbst sitzen nebeneinander, treiben Unsinn und schütteln ihr Haar während einige Tänzerinnen in schwarzen Bikinitangas tanzen, die sich die Brustwarzen mit schwarzem Tape abgeklebt haben.  
 
Nana A.T. Rebhan



Sprache: Englisch, Deutsch, Bonus mit deutschen Untertiteln
 
Extras:
- Trailer
- Musikvideo
- Deleted Scene
- The Long Dolly Shot
 - Making Of

Erstellt: 23-04-07
Letzte Änderung: 20-09-07