- Kritik
Bei der Special Edition der DVD Last Life in the Universe hält Rapid Eye Movies einen ganz besonderen Bonus für Freunde und Fans des Kameramannes Christopher Doyle parat. Der Journalist Rüdiger Sturm hat mit dem „Keith Richards der Kameramänner“ knapp eine Stunde lang ein Interview geführt. Doyle spricht mit ihm in seiner lässigen Art darüber, warum er ohne Filmmachen nicht leben könnte, und was gute Filme für ihn ausmachen. Das klingt bisweilen poetisch bis pathetisch: „Der Grund, warum ich in meiner Arbeit Schönheit zelebriere ist, dass ich die Erfahrung gemacht habe, neben jemandem aufzuwachen. Oder wie ich gesehen habe, wie Licht durch ein Fenster auf jemanden gefallen ist, den ich liebe. Man sucht danach, es dann in dem zu zelebrieren, was man tut.“
Schnell kommt Doyle auf den für ihn wesentlichen Unterschied zwischen den Filmen, die er macht und machen will und den kommerziellen Filmen. Hingabe ist das wichtigste Unterscheidungsmerkmal für ihn. Stundenlang könnte man ihm zuhören, dem Geschichtenerzähler Doyle, der munter zwischen Selbstüberschätzung und Understatement hin und herpendelt. Mal sagt er „Ein Kameramann muss eine gute Hure sein. Du bezahlst mich und vergnügst dich dafür mit mir.“ Dann wieder bezeichnet er sich selbst als Super-Chris, der stolz darauf ist, Filmemachern (in dem Fall meint er wohl gar Pen-Ek Ratanaruang) mit seinem Namen bei der Finanzierung ihrer Filme zu helfen, und bei den Titeln mit dem Filmemacher in einem Atemzug genannt zu werden.
Zum Glück kommen neben dieser Super-Chris-One-Man-Show, die auf einer eigenen DVD der Special Edition beiliegt, in den Bonus Tracks auch andere Beteiligte des Films zu Wort. Etwa Pen-Ek Ratanaruang, der Regisseur selbst, der die Liebe in Last Life in the Universe beschreibt als „die Art von Liebe, die in unserem Leben passiert, nicht in Filmen.“ Ihm ist es vor allem wichtig, dass die Authentizität gewahrt bleibt - die Authentizität der dem Film immanenten Realität meint er damit. Beim Drehen gab es zwar ein Drehbuch, aber vieles überließ Pen-Ek Ratanaruang auch dem Zufall.
„Bei diesem Film war es so, als würde ich alles einsammeln was mir so begegnete und als würde ich alles in einen großen Sack packen.“ So hatte er etwa beim Schreiben noch nicht die Idee, dass das Haus, in dem Noi wohnt, einen Swimmingpool haben sollte. Das Haus, in dem schließlich gedreht wurde, hatte einen, und deshalb entstanden dort wunderschöne Szenen. Doyle ergänzt: „Die Drehorte inspirieren uns zu guten Ideen.“ Mit der unordentlichen Noi und dem japanischen Ordnungsfanatiker lässt Pen-Ek Ratanaruang zwei Charaktere aufeinanderprallen:„In den drei Tagen lernen sie einiges voneinander, und es gibt auch einen romantischen Anteil.“
Es lohnt auf jeden Fall, sich das 40-minütige „Behind the scenes“ anzusehen. Man lernt einiges über die sehr entspannte thailändische Art, Filme zu machen. Außerdem gibt es bei den Extras noch einen Trailer, Interviews mit Pen-Ek Ratanaruang, Chris Doyle und den Hauptdarstellern und einige Dutzend sehr schöne Standfotos zu sehen, die die angenehme und witzige Atmosphäre am Set gut ausdrücken.
Nana A.T. Rebhan

Last Life in the Universe - BonusEin Film von Tadanobu Asano
Rapid Eye Movies
Sprachen: Thai, Japanisch & Englisch oder Deutsch, deutsche Untertitel
Bonusmaterial-Behind the Scenes
-Interviews
-Trailer
-Bildergalerie
-Interview mit Super-Chris






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