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18.02.06 - 01.05 : metropolis - 17/02/06

Lee Chang-Dong

Erzählungen, Romane, Drehbücher und drei Spielfilme - „Green Fish“, „Peppermint Candy“ und „Oasis“, bei den Festspielen in Venedig 2002 mit dem Preis für die beste Regie ausgezeichnet - haben Lee Chang-Dong zu einem Schwergewicht der koreanischen Kulturszene gemacht. Im Februar 2003 nimmt er das Amt des Kulturministers an – um bereits im Juni 2004 wieder abzutreten.

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Lee Chang-Dong: "Als ich zum Minister berufen wurde, hatte ich es nicht darauf angelegt, ein illustres Amt zu bekleiden, nein, es ging mir darum, den Menschen zu dienen. Eine schwierige Aufgabe, die meine Fähigkeiten vermutlich überstiegen hat. Egal, um welches Land es sich handelt: Niemand übernimmt oder verlässt ein Ministeramt aus freien Stücken."

Der in Venedig prämierte Streifen „Oasis“ handelt von einem Außenseiter, einem geistig Minderbemittelten, der von seiner Familie ausgebeutet wird. Auf unbeholfene Weise liebt er eine behinderte junge Frau, ja, er versucht sogar sie zu vergewaltigen, doch dann gelingt es ihm, ihre Liebe zu erobern. „Oasis“ ist ein Film über Grenzen, über das, was jeden von uns von den anderen isoliert, über das, was die normalen Menschen von den Behinderten trennt.

Lee Chang-Dong: "Ich betrachte mich als Schriftsteller und Filmemacher zugleich. Wenn ich einen Film drehe, dann werde ich hin und wieder von so einer gewissen literarischen Phantasiewelt gestört. Einer abstrakten Welt der Worte. Und wenn ich schreibe, dann überfallen mich Bilder. Bei meiner Arbeit habe ich manchmal den Eindruck, als würde ich zwischen diesen beiden Welten hin und her irren."

In Ihren Werken geht es immer um die Grenze zwischen Gut und Böse, das zwiespältige Verhältnis zwischen Peiniger und Opfer – ein schier obsessives Thema.

Lee Chang-Dong: "In den letzten zwanzig Jahren der Geschichte Südkoreas ist es eher schwierig, eindeutig zwischen Opfer und Peiniger zu unterscheiden. Die Koreaner tragen zwei widersprüchliche Aspekte in sich; ich möchte fast von einer schizophrenen Einstellung sprechen. Die koreanische Halbinsel ist in zwei Hälften geteilt. Die entmilitarisierte Zone ist nicht nur eine materielle Grenze. Der Stacheldraht scheint auch im Innern eines jeden Koreaners zu existieren. Hass wie Liebe haben dieselben Wurzeln. Auf der einen Seite ist da der soziale Stellenwert, der der wirtschaftlichen Entwicklung zugeschrieben wird. Auf der anderen der Versuch zu erhalten, was uns lieb und teuer ist, was in den Köpfen verankert ist. Diese beiden Wertvorstellungen sind eng miteinander verquickt und prallen beständig aufeinander. Andererseits mögen die heftigen Gegensätze und ideologischen Konflikte nur eine andere Form des Ausdrucks von Liebe sein; alle basieren auf ein und derselben Grundlage
Im Leben lässt sich das Gute nicht klar vom Bösen unterscheiden. Doch das Leben wirft Fragen auf, auf die es keine Antwort gibt. Es ist wie in einer meiner Erzählungen: Da gibt es einmal die Frage, ob Salz süß oder bitter ist – dabei ist es salzig. Und genau das möchte ich ausdrücken. "

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Film
Oasis
Von: Lee Chang-dong
Mit: Sol Kyung-gu, Moon So-ri
Korea 2002
als DVD bei ARTE Video (Frankreich) erhältlich
>> Unsere Kritik lesen
Hong Jong-du kommt aus dem Gefängnis frei. Es fällt ihm sehr schwer, sich an seine Familie und die Gesellschaft anzupassen, nicht nur weil er ein wenig geistig zurückgeblieben ist. Als ihm die junge Han Gong-ju begegnet und er sich in sie verliebt, lernt er das erste Mal in seinem Leben Verantwortung zu übernehmen. Han Gong-ju leidet unter spastischen Störungen, die durch Hirnschäden verursacht sind, und ist deshalb kaum bewegungsfähig.

Buch
Nokcheon
von Lee Chang-Dong
bei Editions du Seuil.

Lee Chang-Dong
Geboren 1954 in Daegu. Studiert koreanische Sprache und Literatur an der Kyungpuk University, Abschluss 1980. Drei Jahre später veröffentlicht er seinen ersten Roman. Er beginnt seine Filmkarriere mit Drehbüchern für Park Kwang-Sus Filme To the Starry Island (1993) und A Single Spark (1995). 1996 entsteht sein international erfolgreiches Regiedebüt Green Fish, 1999 Peppermint Candy. Für Oasis wird Lee 2002 beim Festival in Venedig als bester Regisseur ausgezeichnet, Moon So-Ri erhält den Preis als beste Nachwuchsdarstellerin.

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Metropolis
Samstag, den 18. Februar 2006 um 01.05 Uhr
Wiederholung am Sonntag, 19. Februar um 18.05 Uhr
Redaktion: Online Production
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Erstellt: 17-02-06
Letzte Änderung: 17-02-06


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