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Kino-News

Schön anzuschauende, aber oberflächliche Verfilmung des Colette-Romans, mit großen Schauspielern, die in schönen Kostümen amüsante Dialoge sprechen.

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Kinostart 22. Februar 2007 - 26/02/07

Letters from Iwo Jima

Ein Film von Clint Eastwood


4etoiles.jpg.imageDataDer Regisseur von „Flags of our Fathers“ erzählt dieselbe Episode aus japanischer Sicht, und ihm gelingt ein weiteres Mal ein herausragender Film.

USA 2006
Länge 141 Min.
Format 35 mm
Mit: Ken Watanabe, Kazunari Ninomiya, Tsuyoshi Ihara, Ryo Kase, Shidou Nakamura, Hiroshi Watanabe, Takumi Bando, Yuki Matsuzaki, Takashi, Yamaguchi, Eijiro Ozaki, Nae, Nobumasa Sakagami, Lucas Elliot, Sonny Seiichi Saito, Hiro Abe
Berlinale 2007 - Wettbewerb: Ausser Konkurrenz


  • Synopsis

Iwo Jima ist zu einem Heiligtum geworden. Vor kurzem wurden dort Hunderte Briefe gefunden, verfasst von japanischen Infanteristen, dann vergraben und schließlich in den Verteidigungsgräben vergessen. Im Jahr 1945 sind die kaiserlichen Truppen auf der Insel Iwo Jima stationiert, um eine Schlacht zu schlagen, von der einige der Vorgesetzten bereits im Voraus wissen, dass sie sie angesichts der Überlegenheit ihrer Gegner verlieren werden. Einer von ihnen, General Tadamachi Kuribayashi (Ken Watanabe), hat auf seinen Reisen in die USA gelernt, wie das Vorrücken der gigantischen, im Pazifik stationierten amerikanischen Armada verzögert werden kann und erkundet die Lage. Der blitzartige Überfall verwandelt sich in eine blutige Schlacht, die vierzig Tage dauern soll.

Der Trailer zum Film
(Windows Media)


  • Kritik

Es ist die für „Flags of our fathers“ komponierte Musik von Kyle Eastwood und Michael Stevens, das Klagelied des G.I., das das Warten auf das Opfer und die schlimme Vorahnung vom Tod der auf Iwo Jima versteckten japanischen Soldaten begleitet. Es steht für das Gleichheitsprinzip, das der Regisseur verfolgt, und verleiht seinem Filmprojekt, das er mit dem japanischen Drehbuchschreiber Iris Yamashita und seinem getreuen Kollegen Paul Haggis (Drehbuchautor von „Million Dollar Baby“, 2004) konzipierte, umgehend Legitimität. Während „Flags of our Fathers“ vor allem die nahezu identischen Gesichter der jugendlichen Soldaten zeigte und sich in eine Elegie verwandelte, besticht dieser zweite Film nun durch die Beschreibung der ganz unterschiedlichen Figuren, deren Eigenschaften sorgfältig herausgearbeitet werden: der Amerika freundlich gesinnte General Kuribayashi, der Baron Nishi, ein japanischer Dandy und ehemaliger Olympiasieger, der sich unter den ungläubigen Blicken der Infanteristen während der Kampfvorbereitungen mit Hindernisreiten beschäftigt, und der Bäcker Saigo, der so schmächtig ist, dass er den schlimmsten Hinterhalten entkommen kann. Obwohl sie ihre Existenz der Fiktion verdanken, waren diese hochtragischen Gestalten tatsächlich an der Endphase des Zweiten Weltkrieges beteiligt.

Clint Eastwood gestattet sich nur ein einziges Mal, eine Szene seines vorangegangenen Films zu wiederholen. Er zeigt, was aus dem Private Ralph „Iggy“ Ignatowski (Jaimie Bell) geworden ist, der in einen der von den Japanern ausgehobenen und umzingelten Tunnel gestürzt ist. Hier ist sonst nichts von den formellen und plumpen Parallelismen der Trilogie von Krzyszrof Kieslowski („Drei Farben: Blau, Weiß, Rot“) oder des neueren Dreiteilers von Lucas Belvaux zu sehen. Eastwood drehte zum ersten Mal in einer Sprache, die er selbst nicht beherrscht. Er braucht nicht daran zu erinnern, dass er in der Vergangenheit mit John Sturges zusammen gearbeitet hat, dem Regisseur von „Stadt in Angst“ (1955), der als einer der ersten Filme Amerikaner und Japaner auf Augenhöhe darstellte und wie ein Ventil wirkte. Zudem kennt er die Filme John Fords, der mit „Sieben Frauen“ bereits seine Fähigkeit unter Beweis gestellt hatte, dieselben Geschichten und dieselbe Problematik zu behandeln – ob in der Mongolei oder im Monument Valley. Der Krieg sieht auf beiden Seiten des Schlachtfeldes gleich aus, und der Ausspruch eines japanischen Offiziers „Wir kennen unsere Feinde nicht“ kommt nicht von ungefähr, sondern richtet sich an das amerikanische Publikum, das sich des aktuellen militärischen Engagements seines Landes bewusst ist. „Letters from Iwo Jima“ widmet sich ganz den Widersprüchen, denen die Protagonisten ausgesetzt sind, hin und her gerissen zwischen ihrer Pflicht zum Gehorsam, ihrem Leiden als Menschen und ihrer messerscharfen Erkenntnis, dass ihre Macht ihnen doch nichts nützen wird.

Julien Welter

Erstellt: 20-02-07
Letzte Änderung: 26-02-07