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Kino auf ARTE - 05/01/10

Lichter der Großstadt

Ein Film von Charlie Chaplin


Ein Tramp rettet einem Millionär das Leben. Mit dem Geld, das er zum Dank erhält, ermöglicht er einem blinden Blumenmädchen, in das er verliebt ist, eine Augenoperation. Doch bevor sie ihm danken kann, gerät der Tramp ins Gefängnis. Erst Monate später begegnen sie sich wieder.



Ein Tramp verliebt sich in ein blindes Blumenmädchen, das ihn für einen reichen Mann hält. Durch Zufall lernt er einen Millionär kennen. Als er diesen davor bewahrt, sich das Leben zu nehmen, wird er mit Wohltaten und Geld überschüttet. Das ermöglicht ihm auch, eine Operation zu bezahlen, damit das Mädchen wieder sehen kann. Allerdings bringen einige Missverständnisse zwischen dem Tramp und dem Millionär den Ersteren für einige Monate ins Gefängnis.
Nach seiner Entlassung trifft er das Mädchen wieder, das inzwischen einen Blumenladen führt und in der Erwartung lebt, den Unbekannten wiederzufinden, dem sie das alles verdankt. Als sie dem zerlumpten Tramp ein Almosen gibt, erkennt sie ihn am Händedruck wieder.

"Lichter der Großstadt" ist Chaplins erster Film mit einer Tonspur, obwohl weiterhin im Stil eines Stummfilms gedreht. Die Dreharbeiten zogen sich mehrere Jahre hin, da Chaplin die Darsteller oft auswechseln ließ. So fiel der Film genau in die Anfänge des Tonfilms, ein neues Medium, dem Chaplin äußerst skeptisch gegenüberstand. Noch 1931 erklärte er: "Ich gebe den 'talkies' drei Jahre, höchstens". Deutlich wird diese Aversion zum einen in der Anfangssequenz von "Lichter der Großstadt", als bei der Enthüllung eines Denkmals die Rede eines Würdenträgers von einem Saxofon "synchronisiert" wird und Chaplin das krächzende "micky-mousing" des Saxofons als Karikatur der ersten Tonfilme einsetzt.
Zum anderen werden Sprache und Artikulation in typisch tragikomischer Chaplin-Manier Gegenstand des Films. Ein Beispiel dafür ist die Szene, in der der Tramp die Trillerpfeife eines Polizisten verschluckt, die ihm im Hals steckenbleibt und einen heftigen, von schrägen Pfeiftönen begleiteten Schluckauf verursacht, an dem der Tramp fast erstickt. So ist der Film, der trotz seiner vielen Straßenszenen fast nur im Studio gedreht wurde, als offenes Bekenntnis Chaplins zum Stummfilm zu betrachten. "Lichter der Großstadt" ist der erste Film Chaplins, für den er selbst die Musik schrieb, eine Aufgabe, die er für die meisten seiner weiteren Filme übernahm.
Das "Lexikon des Internationalen Films" zu "Lichter der Großstadt": "Eine ironische und sozialkritische Tragikomödie voller Menschlichkeit, Güte und Optimismus, die zwischen 1928 und 1931 entstand. Obwohl sich inzwischen der Tonfilm etabliert hatte, blieb Chaplin beim stumm gedrehten und mit musikalischen Effekten untermalten Film und feierte damit einen seiner größten Publikumserfolge." Und das "Monthly Film Bulletin" schreibt: "Wieder gesehen, erweist sich 'Lichter der Großstadt' als das schönste von Chaplins Meisterwerken. Die Balance zwischen Slapstick und Tränen [...] wird wunderbar gehalten. Ein Klassiker, der nie vergeht."

Lichter der Großstadt
Montag 18. Januar 2010 um 14.45 Uhr
Keine Wiederholungen
(Usa, 1931, 87mn)
ARTE F

Erstellt: 05-01-10
Letzte Änderung: 05-01-10