Die Serie der Woche führt uns nach Linz. Die österreichische Hauptstadt ist 2009 - gemeinsam mit dem litauischen Linz - Europäische Kulturhauptstadt.
24. August: Kulturhauptstadt zu sein hat für eine europäische Stadt die gleichen Auswirkungen, wie wenn sie die Olympischen Spiele organisiert oder ein großes Festival beherbergt – vor allem internationale Aufmerksamkeit. Doch was bedeutet es für die Bewohner der Stadt selber, abgesehen von Stau und Touristenmassen? Was haben sie davon? In Linz zumindest eine ganze Menge. Die europäische Kulturhauptstadt bezieht ihre Bewohner in verschiedene Projekte mit ein. So beispielsweise mit der Akademie des Unmöglichen. Künstler aus der ganzen Welt laden in Workshops Jedermann und Jedefrau ein, sich auszuprobieren in Bereichen, in denen man sich möglicherweise bisher für völlig unbegabt gehalten hatte. Frei nach dem Motto: Das Unmögliche möglich machen.
25. August: Seit Jahren ist das Haus am Pfarrplatz 18, mitten in Linz unbewohnt. Seit Februar dieses Jahres wird den verwaisten Zimmern neues Leben eingehaucht. Die Europäische Kulturhauptsstadt hat eine buntgemischte Wohngemeinschaft in das Haus geladen und es zum „Haus der Geschichten“ erklärt. Ungefähr 30 Künstler dürfen die Räume mit Geschichten füllen. Auf welche Weise dies geschieht ist ganz unterschiedlich: Installationen, Ausstellungen, Vorstellungen oder in Form von Workshops. So lädt das Künstlerkollektiv Freundinnen der Kunst beispielsweise zum Stricken bei Kaffee und Kuchen. Noch bis zum 31. Dezember ist das Haus der Geschichte für Besucher geöffnet.
26. August: Man nimmt sich ein Taxi auf einem Platz mitten in Linz und findet sich wenig später in den Straßen des alten Jerusalem wieder. Dank des technischen Fortschritts ist dieser Traum nun Wirklichkeit geworden. Im Rahmen des Projekts 80+1, einer Zusammenarbeit der Kulturhauptsstadt 2009 und des Festivals Ars Electronica, ist es möglich zwanzig Städte weltweit mit einem virtuellen Taxi zu bereisen. Noch bis zum 5. September hat man die Möglichkeit diese Schnittstelle von Technik und Kultur zu erleben.
27. August: „Höhenrausch“ in Linz – dem Himmel so nahe. In unserer Serie folgen wir heute einem abenteuerlichen Kunstrundgang auf den Dächern der Europäischen Kulturhauptstadt 2009. Nach
Schaurausch und
Tiefenrausch setzt der letzte Teil der Ausstellungstrilogie mit
Höhenrausch einen neuen Höhepunkt: es geht auf die Dächer der Stadt. Durch ein ausgeklügeltes Wegesystem mit Holzstegen, Plateaus und Brücken sind einzelne Gebäude miteinander verbunden. KünstlerInnen nehmen den wunderbaren Blick auf. Ihre Kunstprojekte leiten uns mit spektakulären Eingriffen oder fast unsichtbaren Interventionen. Am 31. Oktober 2009 schließt sich der Himmel über Linz wieder.