.So bleich und angestrengt wirkt Doherty, dass die englische Yellow Press täglich auf seinen finalen Abgang wartet. Das war nicht immer so... Vor langer, langer Zeit, also 2002, betrat eine britische Band die Bildfläche, die endlich das Erbe von The Clash, The Jam und auch den Beatles antrat. Der Weg der Libertines, von vier Freunden aus dem abgefuckten Osten Londons, führte aus dem Nichts direkt ins Licht. Sie zogen sich die Sgt. Pepper-Anzüge an und retteten den Britrock. Poetisch und auch gemein sangen die Songwriter Pete Doherty und Carl Barat vom Leben in der Gosse. Die Botschaft kam an und machte die Libertines selbst zu Popikonen. Die Presse liebte sie und sie liebten sich. Doch das ist Geschichte, denn Pete Doherty liebt Crack noch mehr als alles andere. Das Schiff Albion, Dohertys Bild für eine romantisierte Version Englands, hat Schlagseite bekommen. Die Sucht Dohertys macht ihn zu einem unzuverlässigen Wrack.
Bei den Libertines bestahl er schon mal seine Bandmitglieder, um Geld für neuen Stoff zu bekommen oder erschien bis zu seinem Rauswurf kaum zu Konzerten und Studioaufnahmen. Auch zu Shows seiner neuen Band Babyshambles kommt Pete selten. Und wenn er kommt, telefoniert er schon mal mitten im Song.
Wenn er sich aber dann wieder darauf besinnt, warum er wirklich vor Ort ist, schimmert hier und da tatsächlich durch, was Doherty eigentlich ist: Der beste Songwriter seiner Generation.
Neues Album"Down In Albion" von Babyshambles
bei Sanctuary / Rough Trade
>> Offizielle Website der Band
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TRACKS
Ein Beitrag von Katja Ferwagner
Donnerstag, den 14. September 2006 um 23.15 Uhr
Wiederholung am Dienstag, den 19.09 um 01.40 Uhr
Redaktion: BR
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