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Montag, 19. November um 20.40 Uhr - 16/11/07

Lolita

Mehr zum Spielfilm Lolita auf ARTE am 19.11.2007
Vladimir Nabokov schrieb den Roman „Lolita“ – und er lieferte auch das Drehbuch für Stanley Kubricks Verfilmung dieses Klassikers der Weltliteratur.

Lolita und Kubrick
Stanley Kubricks LOLITA ist die Parodie eines Melodrams, eine schwarze Komödie in einer seltsamen Übereinstimmung mit Nabokovs Roman.

Dossier zum ARTE-Schwerpunkt Stanley Kubrick

Vladimir Nabokov: Ein Porträt
"Lolita ist berühmt, nicht ich" – bis zur Veröffentlichung von Lolita im Jahre 1955 ist Vladimir Nabokov ein unbekannter russischer Exilautor, der seine Familie mit seinen Verdiensten kaum über Wasser halten kann. Doch 1955 wird mit einem Schlag alles anders. Mit Lolita wird der virtuose Erzähler und abgründige Humorist über Nacht weltberühmt.

Lolita in der Literatur
Normaler Teenager oder frühreifes Monstermädchen? Was hat es mit Lolita auf sich? Ein Interview mit der Literaturwissenschaftlerin Dr. Alexandra Pontzen von der Universität Marburg über Lolita und ungleiche Paare in der Literatur.

Alexandra Pontzen und sechs ihrer Studenten und Studentinnen haben sich auch mit diesen Fragen beschäftigt und stellen für ARTE einige der wichtigsten literarischen Vorläufer und Nachfolger von Nabokovs Lolita vor:


- Die Kindsbraut
Die Kindfrau, frz. femme-enfant, engl. child-wife, verweist seit dem Ende des 18. Jahrhunderts auf eine erotische Sehnsucht des Mannes nach weiblicher Kindheit und Jugend. Um 1800 hat die Romantik erstmalig eine Literatur der Jugend verkündet, um 1900 hat der Jugendstil ein zweites Mal versucht, das Frühlingserwachen zu thematisieren. Erwähnenswert sind hier Frank Wedekinds "Frühlingserwachen" (1891) und die "Lulu-Dramen" (1903).

- "Die kleine Stechardin" - eine Lolita des 18. Jahrhunderts?
Gert Hofmanns Roman "Die kleine Stechardin" handelt in doppelter Hinsicht von einem ungleichen Paar. Der Göttinger Philosoph und Mathematiker Georg Christoph Lichtenberg ist nicht nur 24 Jahre älter als seine große Liebe, das Blumenmädchen Maria Dorothea Stechard. Er muss sich mit seinem Buckel und seiner Kleinwüchsigkeit außerdem die Bezeichnung „hässlich“ gefallen lassen, während die zwölfjährige Stechardin mit ihrem kindlich-jungen Körper, ihrem verführerischen Duft nach Lavendel und warmer Haut und ihrem vollen Blondhaar die Schönheit in Person ist.

- Lolita und ihre Schatten in Nabokovs Roman
"Hatte sie eine Vorläuferin? Ja doch, die hatte sie. Es hätte vielleicht gar keine Lolita gegeben, hätte ich nicht eines Sommers ein gewisses Ur-Mädchenkind geliebt."


- Reife Frau verfällt Knabenmädchen
Im fortgeschritten Alter möchte eine früh verwitwete Frau sich den lang gehegten Wunsch einer Italienreise erfüllen. Für dieses Vorhaben fehlt ihr eine Begleitung. Da sie zurückgezogen lebt und keine Kontakte unterhält, entschließt sich "Frau Professor", wie die Professorenwitwe in Wolfgang Koeppens Erzählung "Das klassische Italien" genannt wird, eine Reisebegleitung per Zeitungsannonce zu suchen. Sie hofft auf Antwort einer Person, die wie sie Anschluss sucht und ihre Interessen teilt.

- Lolita: Ein Teeny namens Dolores
Der kleinen Dolores Haze werden keine Grenzen gezeigt. Ihr Schwarm ist als Pädophiler dazu nicht in der Lage. Lolita begeht einen fatalen Irrtum, als sie glaubt, mit Humbert Humbert ihre Erfahrungen im Teenager-Sex vervollständigen zu können. Kinder sollten sich irren dürfen. Erwachsene dagegen tragen eine Verantwortung.

- Der Elektrakomplex
Bei der Fülle von erlebten und dargestellten Liebesverhältnissen zwischen sehr jungen Frauen und wesentlich älteren Männern liegt es auf der Hand, dass zu Beginn des letzten Jahrhunderts die Väter der Psychoanalyse, Sigmund Freud und C. G. Jung, es sich nicht nehmen ließen, das Phänomen aus weiblicher Perspektive zu untersuchen.





Erstellt: 15-11-07
Letzte Änderung: 16-11-07


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