
Am Totenfluss
Kozure Okami: Sanzu no kawa no ubaguruma 16:9 / 78 Min.
Spielfilm, Japan 1972, ARD, Original mit deutschen Untertiteln
Regie: Kenji Misumi, Drehbuch: Kazuo Koike, basierend auf den Comics von Kazuo Koike, Goseki Kojima, Kamera: Chikashi Makiura, Musik: Hideaki Sakurai, Schnitt: Toshio Taniguchi, Produzent: Shintarô Katsu, Hisaharu Matsubara
Mit: Akihiro Tomikawa (Daigoro), Shin Kishida (Kuruma Hidari/Todesgott Nr. 3), Minuro Ohki (Tenma Hidari/Todesgott Nr. 2), Tomisaburo Wakayama (Itto Ogami), Akiji Kobayashi (Benma Hidari/Todesgott Nr. 1)

Ogami trotzt dem Psychoterror und kämpft mutig wie zuvor, obwohl er Daigoro damit in Lebensgefahr bringt. Als Trost sagt er dem Jungen, dass seine Mutter bereits am Totenfluss auf ihn warte. Dazu kommt es zum Glück nicht, denn die Anführerin der gefallenen Kriegerinnen kommt dem Kleinen unverhofft zur Hilfe, während Ogami alle anwesenden Yagyu-Krieger in einem Blutbad zur Strecke bringt.
Nun kann sich Ogami ganz seinem aktuellen Mordauftrag widmen, der verhindern soll, dass das geheime Wissen um das Färberhandwerk an den machthungrigen Shogun gelangt. Doch zuerst muss er die drei "Todesgötter" besiegen, die das anvisierte Opfer sicher zum Shogun geleiten sollen. Sie führen Krallen, Eisenknüppel und Stahlfaust mit tödlicher Präzision und eine blutige Verfolgungsjagd beginnt.
Zusatzinformation:
Die sechsteilige Filmserie "Lone Wolf & Cub" wurde wie die meisten japanischen Chambara-Serien - das heißt blutige Schwertkämpferfilme - mit einem weitgehend gleichbleibenden Team produziert und kam in den Jahren 1972 bis 1974 in Japan in die Kinos. Während sie in Japan nur mäßige Resonanz verzeichnen konnte, wurde sie später im Ausland zur Kult-Serie. Vier der Filme entstanden unter der Regie von Kenji Misumi. Diese können als Höhepunkt von Misumis OEuvre angesehen werden, der damit die Grenze zwischen den brutalen Schwertkämpferfilmen und klassischer japanischer Ästhetik überwindet.
"Lone Wolf & Cub" ist die Verfilmung des gleichnamigen Mangas von Kazuo Koike und Goseki Kojima, ein stilprägendes Werk innerhalb des Subgenres des Samurai-Mangas. Doch auch für den amerikanischen Comic ist der "Lone Wolf & Cub"-Comic von maßgebender Bedeutung gewesen, als er fast zehn Jahre nach der Veröffentlichung in Japan 1979 von Frank Miller übernommen wurde.
Ogamis Reise ist ein langer Weg, der ihn vielleicht zur Erlösung führt. Der Held will sich der Hölle hingeben und weiht sein Leben der ewigen Verdammnis. Seine blutspritzenden Exzesse könnten im Westen schnell mit Nihilismus gleichgesetzt werden, tatsächlich handelt es sich aber um eine Suche nach buddhistischer Erleuchtung. Diese führt ihn durch die Leben der von ihm Getöteten. Durch die starke Stilisierung des Gefilmten wird genau dieses Moment akzentuiert, was für den westlichen Betrachter gewiss konzeptionell gewöhnungsbedürftig, für das Verständnis der Serie jedoch unerlässlich ist.
Es ist die Ikonographie des Bluts und das präzise Timing der Schwertkämpfe, das bis heute nicht nur Trash-Fans begeistert, sondern auch Filmemacher, wie beispielsweise Quentin Tarantino, beeinflusst. Das Lexikon des Internationalen Films schrieb, die Produktion sei ein "verstörender Film auf ästhetisch hohem Niveau, dessen Handlung tief in der japanischen Tradition und Philosophie verwurzelt" sei. Mit "Lone Wolf & Cub - Der Totenfluss" zeigt ARTE den zweiten der sechs Filme, die wöchentlich auf dem Sendeplatz "Trash" im Rahmen des Programmschwerpunkts "Japan - Im Reich der Samurai" zu sehen sind.






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