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Am 17. März 2011 feiert Siegfried Lenz seinen 85. Geburtstag: ARTE gratuliert mit einem Schwerpunkt. Kommen Sie mit auf Entdeckungstour!

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Kino auf ARTE - BERLINALE 2009 - 09/02/09

Lost in la Mancha

Dokumentarfilm von Keith Fulton und Louis Pepe


Was passiert, wenn ein Filmemacher an Don Quichote scheitert? Ein geglückter Dokumentarfilm über einen verunglückten Helden. Der britische Regisseur Terry Gillam, Mitglied der legendären Truppe Monty Python, versuchte im Sommer 2000 Cervantes' Epos "Don Quichote" zu verfilmen. Die ungeschminkte Wahrheit über einen gescheiterten Versuch.

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(Spanien – USA, 2002, Sektion Panorama)
Mit Terry Gilliam, Jean Rochefort, René Cleitman und Johnny Depp

Synopsis: Jahrelang hat sich der englische Regisseur Terry Gilliam bereits mit den Vorbereitungen zu einem Film beschäftigt, der seine Version von Cervantes’ Don Quijote werden soll. Im Sommer 2000 wird aus dem Traum endlich Wirklichkeit: Gilliam hat genügend Fördermittel in Europa aufgetrieben, um diesen Film nach eigenen Vorstellungen drehen zu können – ohne auf den Hollywood-Kommerz angewiesen zu sein, der, wie das Ex-Monty-Python-Mitglied meint, seine exzentrische Ader nicht zur Geltung kommen lässt. Doch aufgrund einer ganzen Reihe wirklich hanebüchener widriger Umstände müssen die Dreharbeiten abgebrochen werden. "Lost in La Mancha" schildert dieses Scheitern wie die Stationen eines Kreuzwegs.

Kritik: "Making-Ofs" für die Kinoleinwand sind von ganz anderem Kaliber als die dürftigen Promotion-Dokufilmchen, die neuerdings jeden Spielfilm auf DVD als Bonus begleiten. Gern erinnern wir uns an "Heart of Darkness", gedreht von Francis Ford Coppolas Ehefrau, die über einen Zeitraum von drei Jahren die Dreharbeiten zu "Apocalypse Now" dokumentierte, mit allen Widrigkeiten bis hin zum Herzinfarkt des Hauptdarstellers (Martin Sheen) und der Zerstörung der kompletten Kulisse durch sintflutartige Tropengüsse. Was das Filmteam von Terry Gilliams "The Man who killed Don Quixote" durchmachen musste, ist teilweise bis ins Detail von absolut vergleichbarer Natur.
Sie leben weiter

Beobachtungen von Schriftstellern wie Mario Vargas Llosa, José Saramago und
Günter Grass, den Übersetzern Jean Canavaggio und Susanne Lange, Kunst- und Filmkritikern etc. zu den beiden Protagonisten
Don Quichote und Sancho Panza sowie ihren Reisebegleitern Pferd und Esel

Nur, dass dieser Film nie fertiggestellt wurde. Unzulängliche technische Produktionsvoraussetzungen, ungeeignete Drehorte – mitten in der spanischen Wüstenlandschaft, die sonst monatelang nach einem Tropfen Regen lechzt, gießt es plötzlich tagelang in Strömen -, ein doppelter Bandscheibenvorfall des Hauptdarstellers Jean Rochefort, der nahezu während des gesamten Films im Sattel hätte sitzen sollen.

Auf die Schilderung dieses Leidensweges in Cinemascope kann man nur mit ungläubigem Kopfschütteln reagieren. Wer die komische Natur und die Energie von Terry Gilliam kennt – Monty Python lässt grüßen -, den verwundert nicht, dass der Dokumentarfilm besonders den Humor als letzte Bastion gegen die Hoffnungslosigkeit herausarbeitet. Das Lachen der Verzweiflung tut manchmal weh, doch der Film ist so intelligent und einfühlsam geschnitten, dass auch Gilliams kämpferischer Stolz glaubhaft vermittelt wird. Selbstmitleid ist ihm bewundernswerterweise fremd – immerhin geht es hier ja um ein Kinofilmprojekt mit einem Riesenbudget. Lost in La Mancha ist spannend wie ein tragisch-komischer Katastrophenfilm und noch dazu sehr aufschlussreich für den, der sich für die Kulissenmalerei beim Film interessiert.

Julien Welter

Aktueller Filmtipp von Thomas Neuhauser, ARTE

Der 11-jährige Moritz besucht in Südspanien seinen Vater und trifft dort zufällig auf einen alten Mann in einer merkwürdigen Ritterkostümierung, der behauptet, Don Quichote von La Mancha zu sein. Moritz läßt sich auf das Spiel ein, bis er bemerkt, dass dieser Don Quichote gegen die großen Windräder kämpfen will, die sein Vater als Ingenieur betreut.

Diese eigenwillige, aber amüsante und stimmig modernisierte Verfilmung des Don Quichote-Mythos zeigt Sat 1 am 25. März 2008. Der Film von Sibylle Tafel, der nicht nur Jugendlichen die Don Quichote-Geschichte auf etwas andere Art näher bringen kann, wurde auch auf dem Baden-Badener Fernsehfilmfestival 2008 gezeigt und freundlich aufgenommen.

Lost in la Mancha - Trailer


Verloren in La Mancha
Montag 23. Februar 2009 um 03.00 Uhr
Keine Wiederholungen
(USA, Grossbritannien, 2001, 89mn)
ARTE F

Erstellt: 28-01-09
Letzte Änderung: 09-02-09


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