Mit den beiden Samplern „MPS Jazzworks“ und „MPS Jazzreworks“ ist der Grundstein für eine seit langem fällige Wiederentdeckung des kleinen deutschen Jazzlabels MPS gelegt. Neben einer Compilation mit raren Originalaufnahmen gibt es ein weiteres Album mit Remixes, u.a. mit Matthew Herbert und King Britt.
Zum Anhören :
Color - Erwin Lehn
Speech Craft - Horst Jankowski
Mathar - Dave Pike Set
Wer eine der gesuchten Platten des MPS-Labels sein eigen nennt, der kennt die Cover-Photos großartiger Jazzmusiker in kleinbürgerlicher Wohnzimmerambiente der 70er Jahre. Da posieren schon mal Oscar Peterson und Herb Ellis im Vorgarten des Flachdachhauses von Hans Georg Brunner-Schwer, dem MPS-Label-Gründer und Macher. Einfach herrlich! Denn was Brunner-Schwer in der süddeutschen Kleinstadt Villingen auf seinem Jazz-Label veröffentlicht hat, gehört wahrscheinlich zu den abwechslungsreichsten Jazzprogrammen die es je gab. Neben Horst Jankowskis gefälligem Be-Bop-Jazz und Hans Kollers grandiosen „The Twister“ Swing, finden sich Erwin Lehns grooviger 70er Jahre Hammondorgel-Big-Band-Sound und Dave Pikes Sitar-Klänge mit tanzbaren Schlagzeug-Beats. Das Label kannte keine Berührungsängste, weder vor Pop noch Rock der 70er Jahre und wurde so zur Keimzelle jazzübergreifender Projekte. In den 80er Jahren zog sich Brunner-Schwer dann leider aus den Geschäften zurück und verkaufte sein komplettes Archiv an den niederländischen Philips-Konzern, der inzwischen Teil von Universal ist. Eine Wiederentdeckung des Labels begann in den 90er Jahren, dank einer Reissue-Reihe, u.a. mit Albert Mangelsdorff, Oscar Peterson, George Duke u.v.a. Aber erst der britische DJ, Produzent und Talkin’ Loud Labelgründer Gilles Peterson beförderte 1993 im Zuge des Acid Jazz das schwäbische Label zurück auf die Tanzfläche der Clubs. Und das die Tracks an ihrer Aktualität nichts eingebüßt haben, beweisen die Neuinterpretationen von Two Banks Of Four, Matthew Herbert, Stereo Mcs, Original Jazz Rockers u.v.a.
Matthias Schneider
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Universal
www.mps-label.de







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