Stummfilm, Frankreich 1922, 38 Min., ZDF
Drehbuch: Denys Amiel, Andre Obey
Kamera: A. Merrin
Musik: Manfred Knaak (2005)
Produktion: ZDF/ARTE
Mit: Germaine Dermoz (Mme. Beudet), Alexandre Arquilliere (M Beudet),
Madeleine Guitty (Madame Lebas), Jean d' Yd (Monsieur Lebas)
- Synopsis
Madame Beudets Mann hat einen merkwürdigen Sinn für Humor. In der Schreibtischschublade versteckt er einen ungeladenen Revolver, den er sich ab und zu an den Kopf hält, wenn er seine Frau erschrecken will. Madame Beudet erträgt diese Provokation nicht mehr und steckt eine Patrone in das Waffenmagazin. Der Anschlag gegen das männliche Dominanzgebaren schlägt fehl. Und wieder folgt die schweigsame Madame Beudet ihrem Mann über die leeren Straßen der kleinen Provinzstadt.- Zum Film
Mit La Souriante Mme. Beudet hat Germaine Dulac einen der ersten feministischen Filme der Filmgeschichte geschaffen: Die Geschichte ist subjektiv aus der Perspektive der introvertierten Madame Beudet erzählt - in ruhig komponierten Bildern, beobachtend und immer auf der Suche nach sprechenden Details im Alltag der Protagonistin. Germaine Dulac verbindet Erzähltechniken des französischen impressionistischen Kinos mit dem Versuch, Innenwelten und Sehnsüchte einer jungen Frau darzustellen. Dafür setzt sie ausgefeilte visuelle Mittel ein, die sie als Vertreterin der französischen Kino-Avantgarde auszeichnen, und bricht lineare Erzählfolgen. Der Film changiert zwischen Traum und Wirklichkeit, Vision und Erinnerung, Melodram und Sozialkritik. Entstanden ist ein kleines Meisterwerk, das unglaublich modern und zeitlos wirkt - im Schnittpunkt von Virginia Woolf und Geschichten aus dem Alltag à la Claude Chabrol oder Luis Buñuel.
Wiederholung am 30. April um 12.15 Uhr






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