
Donnerstag 24.03.2005 um 20.40 Uhr
![]() Um ihren Vater zu retten, begibt sich das Mädchen Belle in die Klauen eines rätselhaften Ungeheuers. Ihre Schönheit und Zuwendung brechen der Bestie das Herz - und lösen eine fantastische Verwandlung aus. Jean Cocteaus Meisterwerk ist die erste Folge der dreiteiligen Filmreihe "Märchen, Mythen und Magie" und zugleich der Auftakt zum ARTE-Osterprogramm. |
Die Schöne und die Bestie
(La Belle et la Bête)
Spielfilm, Frankreich 1946,
Synchronfassung, ARTE F
Regie: Jean Cocteau; Buch: Jean Cocteau; Kamera: Henri Alekan; Schnitt: Claude Ibéria; Musik: Georges Auric; Produzent: André Paulvé; Produktion: Discina
Mit: Jean Marais - (Avenant, die Bestie, der Prinz), Josette Day - (die Schöne), Marcel André - (Vater der Schönen), Mila Parély - (Adelaide), Nane Germon - (Félicie), Michel Auclair - (Ludovic), Raoul Marco - (Gläubiger)
Ein erfolgloser Händler lebt mit seinem Sohn Ludovic und seinen drei Töchtern auf dem Land. Die Schwestern Félicie und Adélaide sind selbstsüchtig und boshaft und nutzen ihre schöne Schwester Belle als Dienerin aus. Eines Tages verirrt sich ihr Vater im nebligen Wald in ein seltsames, düsteres Schloss. Als er im Garten eine Rose für Belle pflückt, taucht plötzlich der Besitzer des Schlosses auf, ein Furcht einflößendes Ungeheuer, halb Mensch, halb Bestie, das mit magischen Kräften ausgestattet ist. Das Biest verurteilt den Händler zum Tode. Nur im Tausch gegen eine seiner Töchter will es ihm die Freiheit schenken. Belle erbarmt sich ihres Vaters und begibt sich in die Hände des Monsters. Angesichts ihrer Schönheit und Zuwendung entpuppt sich dieses als weniger wild und grauenvoll als es zunächst den Anschein hatte.
Zusatzinfo
Jean Cocteaus "Die Schöne und die Bestie" gehört zu den frühen Meisterwerken des poetischen Märchenfilms. Die in stimmungsvollen Bildern erzählte Fabel über Erscheinung und Wesen, Hingabe und Treue, beruht auf einem Märchen von Madame Leprince de Beaumont aus dem Jahre 1757. Gedreht wurde der Film unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkrieges unter äußerst schwierigen Bedingungen. Es fehlte an Geld, Elektrizität und Filmmaterial, und der Darsteller Jean Marais, damals bei der Besatzungsarmee in Deutschland stationiert, musste für die Dreharbeiten freigestellt werden. Die Firma Gaumont war aufgrund der widrigen Umstände aus der Produktion des Films ausgestiegen. Auch Nachfolger André Paulvé war im Begriff aufzugeben, als seine Frau beim Sichten einer Probeszene vor Rührung in Tränen ausbrach und damit das Projekt vor dem Aus rettete.
Unzählige Kopien hatten das Filmmaterial mit den Jahren zerschlissen und zerkratzt, an fast 50 Stellen fehlten Bilder und auch der Ton war unbrauchbar geworden. Nur dank aufwändiger Restaurationsarbeiten konnte der Filmklassiker, der bereits 1946 mit dem Louis Celluc-Preis ausgezeichnet wurde, gerettet werden und 1995 einen zweiten Kinostart erleben.
Der Hauptdarsteller Jean Marais ist ein zweites Mal in dem Film "Eselshaut" ("Peau d'Ane") zu sehen, der eine Woche später, am 31. März um 20.45 Uhr, ausgestrahlt wird.
Mit alten Klassikern, aber in bester Frühlingsfrische bietet ARTE auch dieses Jahr ein buntes Osterprogramm für die ganze Familie. Zum Auftakt der Feiertage eröffnet Jean Cocteaus Meisterwerk des poetischen Märchenfilms, "Die Schöne und das Biest", am 24. März um 20.45 Uhr den Filmzyklus "Märchen, Mythen und Magie". Die dreiteilige Filmreihe führt weiter ins wunderbare Reich des Zauberers von Oz: Am 28. März um 20.45 Uhr zeigt ARTE die Originalverfilmung des Kinderbuchklassikers von Victor Fleming mit Judy Garland in der Hauptrolle. Jacques Demys skurriles Feenmärchen "Eselshaut", nach einer Vorlage von Perrault, schließt im Pop-art-Stil und mit eindrucksvoller Musik von Michel Legrand den Filmzyklus am 31. März um 20.45 Uhr ab.
Der Themenabend "Mark Twain - Geschichten vom Mississippi" am Ostersonntag, den 27. März ab 20.45 Uhr beschäftigt sich mit einem Autoren, dessen Bücher zwar eher realistisch und sozialkritisch als magisch sind, aber dennoch zu den schönsten Werken der Kinder- und Jugendliteratur des 20. Jahrhunderts gehören. Es werden das Leben und Werk von Mark Twain, dem Schöpfer von Tom Sawyer und Huckleberry Finn, vorgestellt.
Am Ostermontag, den 28. März um 18.15 Uhr hoppelt dann das berühmteste Tier der Osterzeit über den Bildschirm: der Feldhase! Für die Dokumentation "Fabelhaftes Langohr" hat sich ein Kamerateam ein Jahr lang der schwierigen Aufgabe gestellt, dem flinken Wildtier auf die Spur zu kommen, und kann nun mit beeindruckendem Bildmaterial die Frage beantworten, wer der fabelhafte, sagenumwobene Hase wirklich ist.
Wer allerdings Schokohasen bevorzugt, darf die GEO-Reportage "Ein Traum von Schokolade" am 26. März um 21.35 Uhr nicht verpassen. Um das Geheimnis der feinsten italienischen Edel-Schokolade zu lüften, wagte sich das Filmteam tief hinein in den venezolanischen Regenwald, auf die Suche nach dem aromatischen, aber seltenen Criollo-Kakao.
Und klassische Musik darf im Osterprogramm natürlich nicht fehlen: Zum 80. Geburtstag von Pierre Boulez zeigt ARTE am 26. März um 22.30 Uhr zuerst ein musikalisches Porträt des Star-Dirigenten, der die zeitgenössische Musik nachhaltig geprägt hat. Am 27. März um 19.00 Uhr wird der Musikgenuss mit einem besonderen Konzerterlebnis weitergeführt: Pierre Boulez dirigiert die Sinfonie Nr. 2 c-moll "Auferstehung" von Gustav Mahler in der Berliner Philharmonie.
- Wiederholungen :
Sonntag 27/03/2005 um 01:00 Uhr
Dienstag 05/04/2005 um 15:15 Uhr
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Montag 28.03.2005 um 20.45 Uhr
![]() Ein Sturm trägt die kleine Dorothy in eine wundersame Märchenwelt. Neben freundlichen Zwergen und einer guten Fee leben dort auch eine böse Hexe und der große Zauberer von Oz. Dorothy scheut keine Mühe, um dessen Schloss zu erreichen und ihn zu bitten, sie nach Hause zurückzubringen. Doch der Zauberer will Dorothy nur helfen, wenn sie ihm den Besen der bösen Hexe bringt. Victor Flemings meisterhafte Verfilmung des Kinderbuchklassikers ist die zweite Folge der dreiteiligen Filmreihe "Märchen, Mythen und Magie", die innerhalb des ARTE-Osterprogramms ausgestrahlt wird. |
Der Zauberer von Oz
(The wizard of Oz)
Spielfilm, USA 1939, Synchronfassung, ARTE F, 97 Min.
Regie: Victor Fleming; Buch: Noel Langley, Florence Ryerson, Edgar Allen Woolf; Kamera: Harold Rosson; Schnitt: Blanche Sewell; Musik: Harold Arlen; Produzent: Mervyn Le Roy; Produktion: MGM
Mit: Judy Garland - (Dorothy Gale), Bert Lahr - (Löwe), Ray Bolger - (Vogelscheuche), Jack Haley - (Zinnmann), Frank Morgan - (Zauberer), Billie Burke - (Gute Fee), Charles Grapewin - (Onkel Harry), Margaret Hamilton - (Böse Hexe/Elvira Gulch), Clara Blandick - (Tante Em)
Das Mädchen Dorothy lebt zusammen mit ihrem kleinen Hund Toto auf dem Hof ihrer Tante in Kansas, wo sie sich nicht wohl fühlt und wo keiner sich wirklich für sie interessiert. So setzt sich auch niemand für sie ein, als die böse Elvira Gulch ihr den kleinen Toto wegnehmen will. Dorothy rennt mit ihrem Hündchen davon und wird von einem Wirbelsturm mitgerissen, der sie in ein buntes Märchenland bringt, in dem der große Zauberer von Oz herrscht. Dorothy macht sich auf den Weg zu ihm, um ihn zu bitten, ihr bei ihrem Heimweg zu helfen. Dabei trifft sie auf drei eigentümliche Wesen: eine Vogelscheuche ohne Gehirn, einen Zinnmann ohne Herz und einen furchtsamen Löwen, die sich auch alle von dem großen Zauberer Hilfe erhoffen. Auf ihrem Weg zu dessen Schloss müssen sie sich allerdings gegen eine böse Hexe behaupten, die versucht, das Vorhaben der vier zu vereiteln. Als Dorothy und ihre Freunde endlich Oz erreichen, stellt der Zauberer eine große Bedingung: Er will Dorothy nur helfen, wenn sie ihm den Besen der bösen Hexe bringt. Unterstützt von Toto und ihren drei neuen Freunden macht sich Dorothy auf, ihrer Feindin entgegenzutreten.
Zusatzinfo
Aus heutiger Sicht ist "Der Zauberer von Oz" nicht nur ein legendäres Musical ("Over the Rainbow") und ein Fantasy-Film-Klassiker, sondern auch ein Zeugnis erster Versuche mit animierten Filmelementen in farbintensivem Technicolor. Das triste Leben auf einer Farm in Kansas wird einem strahlend bunten Märchenland gegenübergestellt. Der Hintersinn und die Symbolhaftigkeit der Abenteuer, die die kleine Dorothy dort zu bestehen hat, machen die Attraktivität und den Unterhaltungswert des Films auch für ein erwachsenes Publikum aus.
Die Dreharbeiten zu "Der Zauberer von Oz" gestalteten sich derart schwierig, dass zwei Regisseure aus dem Projekt ausstiegen, ehe Victor Fleming es schließlich zu Ende brachte. Auch in den Reihen der Schauspieler gab es zahlreiche Umbesetzungen, so auch für die Rolle der Dorothy, mit der schließlich die junge Judy Garland berühmt wurde.
Regisseur Victor Fleming (1883-1949), ursprünglich Kameramann, stand über mehr als 20 Jahre in den USA für solides, erfolgreiches Hollywood-Kino. Im gleichen Jahr, in dem er "Der Zauberer von Oz" realisierte, zeichnete er auch für die Inszenierung der Filmlegende "Vom Winde verweht" verantwortlich, die 1940 mit acht Oscars ausgezeichnet wurde. "Der Zauberer von Oz" erhielt für die beste Filmmusik und den besten Titelsong zwei der begehrten Trophäen, während der 13-jährigen Judy Garland ein Ehrenoscar verliehen wurde.
- Wiederholungen :
Dienstag 29/03/2005 um 15:15 Uhr
Montag 04/04/2005 um 23:48 Uhr
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Donnerstag 31.03.2005 um 20.45 Uhr
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Eselshaut
(Peau d'Ane)
Spielfilm, Frankreich 1970, 86 Min.
Synchronfassung, ARTE F
Regie: Jacques Demy; Buch: Jacques Demy; Kamera: Ghislain Cloquet; Schnitt: Anne Marie Cotret; Musik: Michel Legrand; Produzent: Mag Bodard; Produktion: Parc Films, Marianne Productions
Mit: Catherine Deneuve - (Prinzessin), Jean Marais - (König), Jacques Perrin - (Prinz), Delphine Seyrig - (Fee), Micheline Presle - (Rote Königin), Fernand Ledoux - (Roter König), Henri Crémieux - (Arzt), Sacha Pitoeff - (Premierminister), Pierre Repp - (Thibaud), Jean Servais - (Sprecher)
Vor ihrem Tod bittet die Königin ihren Gemahl, sich nur mit einer Frau wiederzuverheiraten, die noch schöner ist als sie selbst es war. Der König stellt fest, dass keine andere als seine eigene Tochter dieser Bedingung entsprechen kann. Doch die Prinzessin entgeht den Heiratsplänen ihres Vaters und flieht, dem Rat einer guten Fee folgend. V ersteckt unter der Haut eines Esels, arbeitet sie als Magd in einem Dorf, wo sie mit ihrem hässlichen Äußeren zum Gespött der Leute wird. Aber noch ohne sie zu kennen, ist ein junger Prinz auf der Suche nach ihr. Er sehnt sich danach, die Frau zu finden, die für ihn bestimmt ist. Als er das Mädchen ohne Eselshaut und in ihrer wahren Schönheit in einer Hütte im Wald beobachtet, weiß er, dass sie seine Auserkorene ist. Doch es müssen noch einige Hindernisse überwunden und einige Rätsel gelöst werden, ehe die beiden zueinander finden.
Zusatzinfo
"Eselshaut" ist die Adaption eines romantischen Märchens in Versform von Charles Perrault und hat mit seiner bunten Ästhetik der psychedelisch inspirierten Pop-Art Kultcharakter. Eine Fee reist im Helikopter, ein Papagei singt Liebeslieder, Blumen bekommen menschliche Züge. Eine junge Catherine Deneuve überzeugt als wunderschöne blonde Prinzessin. Durch einen USA-Aufenthalt hatte Regisseur Jacques Demy sich von den aktuellen Trends der 70er Jahre inspirieren lassen. Die Sehnsüchte der jungen Prinzessin und ihres Prinzen erinnern an jene zweier lebensfroher Hippies in einem farbenprächtigen Fantasy-Film. So ist "Eselshaut" einerseits ein zeitloses Kindermärchen mit Aschenputtel-Motiv und Gesangspassagen, aufgrund seiner anachronistischen Brechungen aber zugleich ein hintergründig-humorvolles Zeugnis seiner Zeit - und der überbordenden Fantasie des Regisseurs Jacques Demy.
Anlässlich des Kinoneustarts der restaurierten Fassung im Jahr 2003 berichtete der Darsteller des Prinzen, Jacques Perrin, über seine Arbeit mit Demy bei "Eselshaut": "Ich hatte noch nicht einmal das Drehbuch gelesen, so sehr brannte ich darauf, unter seiner Leitung zu spielen. Es war ein Geschenk, dieses große Kind zu sehen, wie es sich in einem wundervollen Land amüsierte, das seine eigene Fantasie war."
- Wiederholungen :
Montag 04/04/2005 um 15:15 Uhr
Montag 11/04/2005 um 23:40 Uhr









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