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360° - GEO Reportage

Die Reportagereihe zeigt die aufregende Arbeit und den spannenden Alltag außergewöhnlicher Menschen.

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360° - GEO Reportage

Die Reportagereihe zeigt die aufregende Arbeit und den spannenden Alltag außergewöhnlicher Menschen.

360° - GEO Reportage

Samstag 14. April 2007, um 21.35 Uhr , 360º - GEO Reportage - 02/04/07

Making of

"Die Mutter der Bonobos"


Von Dominique Hennequin

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Ich erinnere mich an die erste Begegnung mit Lolas Bonobo-Affen. Bis zu diesem Augenblick war „Bonobos, le dernier refuge“ nur ein auf Papier geschriebenes Projekt. Da kamen sie, mächtig und sehr einnehmend. Vor allem durfte man sich nicht bewegen, musste man sich wortlos lausen lassen und angenommen werden. Tembo leckte meinen salzigen Schweiß ab, Happi wühlte in meinen Haaren auf der Suche nach unauffindbaren Insekten oder Larven, Mendy spielte mit den Schnürverschlüssen meiner Hose. Sie stiegen uns auf den Rücken, vergnügten sich mit unseren Taschen und Schnürsenkeln, schikanierten uns regelrecht.

Dann traten wir in körperlichen Kontakt miteinander, „schmusten“ eng aneinandergeschmiegt, und ich war tief bewegt, das Herz unseres nächsten Verwandten schlagen zu hören. Vor allem erinnere ich mich an den Geruch der Bonobos. Sie riechen nach Moschus und Unterholz, ein starkes Parfum, in das sich die Gerüche des Äquatorialwaldes mischen. Dieser Geruch ist für immer in mein Gedächtnis eingebrannt. Ich erinnere mich an den frühen Morgen am Kongofluss. Schnell war da die qualvolle Beschaffung von zwei Pirogen und zwei funktionstüchtigen Motoren vergessen. Der Kongo ist zu dieser Stunde zauberhaft: Seine geheimnisvollen Nebelschwaden lassen die leichten Fischerboote kaum erraten, und die Pirogenfahrer scheinen auf dem Wasser zu gleiten.

Das Wasser ist manchmal schwarz von Schlamm. Ich musste als Strafe mit Pascal darin baden, nachdem ich kläglich beim Uno-Spiel verloren hatte. Das Wasser ist eine warme Brühe, in der man sich nicht zu lange aufhalten sollte, denn manchmal stößt man auf ein paar Krokodile. Fünf Minuten nach dem Baden sahen wir eines, glücklicherweise von Fischern in einer Piroge angebunden. Die Bilder gehen wild durcheinander: Die ungestümen kleinen Bonobos aus der „Kinderkrippe“, an den Galgen von Toningenieur Fabrice geklammert; die Gespräche mit Lolas wunderbarem Team und der Zauber von Afrikas üppiger Natur. Doch wenn ich nur ein Bild in Erinnerung bewahren dürfte, so würde ich das von Claudine Andrés Lächeln wählen. In diesem schon so lange vom Krieg heimgesuchten Land, in dem Vergewaltigungen und Kannibalismus als Kriegswaffen eingesetzt werden, ist Claudines Lächeln ein Wunder. Wie gelingt es ihr, dieses unglaubliche Projekt zu leiten, ihr Team unter so schwierigen sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen zu motivieren? Woraus schöpft sie die Kraft, in jedem Augenblick des Lebens Lösungen zu finden? Die Begegnung mit Claudine war kostbar und wegweisend für mein weiteres Leben.

Dominique Hennequin

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Making of
Film Titel: "Die Mutter der Bonobos"
Ein Film von Dominique Hennequin

Erstellt: 02-04-07
Letzte Änderung: 02-04-07