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Doch Malcolm X vertrat eine defensive Form der Gewaltausübung. Und es scheint trotz seiner brutalen Rhetorik unwahrscheinlich, dass er am Ende seines Lebens weiterhin im bewaffneten Kampf die Lösung für die Probleme der Afroamerikaner sah und in den Weißen die "Teufel mit blauen Augen". Seine Pilgerfahrt nach Mekka und seine Afrikareise veränderten seine Auffassung vom Islam. Er akzeptierte nun die Möglichkeit von Bündnissen mit Weißen und suchte nach Anknüpfungspunkten zur Bürgerrechtsbewegung. Er sprach sich für Ziele wie das Wahlrecht aus, die er zuvor als sinnlos erachtet hatte, und bezog Stellung gegen bedingungslose Gewalt und für das Recht. Obwohl sich Malcolm X weiter zum Grundsatz der Anwendung aller erforderlichen Mittel bekannte, gelangte er mit großer Wahrscheinlichkeit zu dem Schluss, dass Gewalt nicht zu diesen erforderlichen Mitteln zählte.
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Sicherlich ist das Europa von heute nicht vergleichbar mit dem Amerika der 60er Jahre, doch die mitunter widersprüchlichen Positionen, die Malcolm X zu Diskriminierung, Rassenidentität, Mitteln im Kampf gegen Unterdrückung und zur Rolle der Religion in diesem Kampf vertrat, finden noch heute großen Widerhall.
Der Dokumentarfilm lässt zahlreiche Zeitgenossen und Wegbegleiter von Malcolm X zu Wort kommen. Unter anderem äußern sich Alex Haley, Koautor von "Malcolm X, die Autobiografie" und Autor der erfolgreich verfilmten Familiensaga "Roots", Mitglieder der Bewegung "Nation of Islam", darunter Wallace D. Muhammad, Sohn und Nachfolger von deren Anführer Elijah Muhammad, Malcolm X's Witwe Betty Shabazz und seine älteste Tochter. Einen weiteren Schwerpunkt des Dokumentarfilms bilden Archivaufnahmen von öffentlichen Auftritten und Fernsehsendungen, in denen das Charisma und die außergewöhnliche Überzeugungskraft von Malcolm X auf eindrucksvolle Weise deutlich werden.

Portrait des schwarzen BürgerrechtskämpfersArtikel von Michael Marek
mit O-Tönen von Malcolm X----------------------------------------------
Malcolm X
Dokumentarfilm von Orlando Bagwell
ARTE France, USA 1995, 95 Min.
Wiederholung am 3. Juli um 3.00 Uhr und am 8. um 9.55 Uhr







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