Ganz exzellent auch eine bei uns neue Autorin aus Südafrika: Malla Nunn: Ein schöner Ort zum Sterben. Ein historischer Roman, der 1952 im Osten Südafrikas, an der Grenze zu Mozambique spielt. Gerade ist die National Party an die Macht gekommen, der Apartheids-Staat wird von Tag zu Tag terroristischer, Heuchelei und fromm-wahnsinniges Überlegenheitsdenken macht das Leben aller Menschen zur Hölle. Afrikaander und Engländer stehen sich misstrauisch gegenüber, der blank faschistoide Geheimdienst, Security Branch, versucht, auch die Polizei zu dominieren. In diese Konstellation hinein baut Malla Nunn eine böse Geschichte von Männern und Frauen, von Rassismus und Sexismus und religiösem Wahn und Freundschaft und gar Liebe. Das macht sie spröde, ohne Identifikationsangebote (deswegen erinnert der Roman manchmal an den großen James McClure), dennoch mit Empathie. Und mit Verzweiflung. Ein klassischer Whodunit, der ähnlich wie bei dem südafrikanischen Kollegen Andrew Brown, keinesfalls das Genre "bedient", wie man so gerne sagt. Die Story erfordert das Genre. Grandios.
Thomas Wörtche/Plärrer, Oktober 2009
KrimiWelt-Bestenliste November 2009







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