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Filmfestival

Vom 7. bis 17. Februar findet die diesjährige Berlinale statt, Stars und Sternchen aus dem Filmgeschäft geben sich die Ehre am Potsdamer Platz.

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Vom 7. bis 17. Februar findet die diesjährige Berlinale statt, Stars und Sternchen aus dem Filmgeschäft geben sich die Ehre am Potsdamer Platz.

Filmfestival

Internationale Filmfestspiele Berlin 2008 - Wettbewerb - 01/09/08

Man Jeuk

Ein Film von Johnnie To


Elegantes Drama um eine Bande Taschendiebe

Synopsis: Kei ist ein Taschendieb in den tiefen Straßen Hongkongs. Gemeinsam mit seiner Bande nimmt er flink ahnungslose Passanten aus. Eines Tages läuft ihm die geheimnisvolle Chun Lei über den Weg. Sie bekommt immer, was sie will, und verdreht nicht nur ihm, sondern seiner ganzen Bande den Kopf.

Kritik: Endlich hat es einer der besten Regisseure Hongkongs in den Wettbewerb der Berlinale geschafft. Vor fünf Jahren hat er bereits seinen engagierten, sehr schönen Film PTU in Berlin vorstellen dürfen, leider aber "nur" im Forum. Äußerst beschwingt beginnt MAN JEUK, mit einem kleinen Spatz, der in das fast leere Zimmer des Taschendiebes Kei fliegt, untermalt von jazzigen Tönen des französischen Komponisten Xavier Jamaux. Er und sein Kollege Fred Avril zeichnen verantwortlich für die swingend leichte Stimmung des Films. Aber nicht nur die Musik trägt dazu bei, dass MAN JEUK aus der Action-Produktions-Schmiede Milkyway eher den Spirit eines Filmes aus den 50er Jahren besitzt.

MAN JEUK wirkt bisweilen, als sei die Zeit im eigentlich so trubeligen Hongkong stehen geblieben. Kei pfeift vor sich hin, er fährt mit dem Fahrrad zur Arbeit. Seine Kollegen, die Diebe trifft er im immer gleichen kleinen Straßenrestaurant. Nach der Arbeit gondelt er mit seinem Fahrrad durch die Straßen und fotografiert mit seiner antiken Rolleiflex. Als ihm auf einmal die schöne und geheimnisvolle Chun Lei vor den Sucher gerät, ist es erst mal aus mit dem beschaulichen Leben. Die Frau scheint auf ihren fragilen Stöckelschuhen immer auf der Flucht zu sein. Vor was genau werden Kei und seine Jungs schon bald herausfinden. Chun Lei animiert das Quartett zu einer unglaublich dreisten Diebestat, die auch einiges an Schauspielkunst abverlangt.

MAN JEUK ist eine Hommage, ein Liebesbrief an Hongkong, mit einem alten Füllfederhalter mit echter Tinte auf Papier geschrieben. An seine verwinkelten Gassen, seine zahlreichen Treppen, die alten Häuser. All das hält Kei mit seiner Kamera auf Schwarz/Weißbildern fest, die er selbst entwickelt. Im Abspann sind diese zu sehen, schöne Erinnerungen an eine Stadt, die es sonst nur noch in Technicolor gibt. Deren Neonfarben die Nacht beherrschen, wie dies Doyles trickreiche Kameraarbeit in den Filmen von Wong Kar Wai oft genug bewiesen hat. Doch Johnnie To baut sich in seinem Film, an dem er bereits über vier Jahre arbeitet, sein ganz eigenes Bild von Hongkong. Es ist ein elegantes und elegisches, eines, das in seiner beschwingten Stimmung und seiner Gemütlichkeit an die 50er Jahre erinnert. MAN JEUK ist auch eine Waffen- und fast actionfreie Zone. Auf das Finale verzichtet der Action-Experte Johnnie To (BREAKING NEWS (2004), TRIANGLE (2007)) natürlich dennoch nicht: In einer wunderbaren, fast eingefrorenen Zeitlupensequenz findet sich die Taschendiebbande nachts auf der Straße wieder. Eine stimmungsvolle, knapp zehn Minuten dauernde Collage aus nächtlicher Straße, Regenschirmen, Männern mit Hüten und flinken Fingern, die Diebesgut elegant hin- und herbewegen, bildet den krönenden Abschluss dieses schönen und stimmungsvollen Films.

Nana A.T. Rebhan
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Man Jeuk
(Sparrow)
Hongkong, China 2008, 87 Min.
Regie: Johnnie To
Darsteller: Simon Yam, Kelly Lin

Erstellt: 08-02-08
Letzte Änderung: 01-09-08