
Ein Film von Lars von Trier
(USA, Dänemark, 2004, 144 Min.)
Mit: Bryce Dallas Howard, Isaach de Bankolé, Danny Glover, Jeremy Davies, Mam Lauren Bacall, Chloë Sevigny
Wettbewerb Cannes 2005
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Interviews: Gustav Hofer (Cannes 2005)
FotogalerieSynopsis: Grace ist die Tochter eines einflussreichen weißen amerikanischen Gangsters. Sie will den ehemaligen Sklaven in Manderlay – einer kleinen Stadt in Alabama – Gutes tun. So will sie ihnen etwa beibringen, wie sie mit der neu gewonnen Demokratie umgehen sollen. Doch Grace fragt nie, ob diese an diesen weitreichenden Änderungen interessiert sind. Schnell gerät Grace in ein moralisches Dilemma, das sie immer tiefer in komplexe Vorgänge verstrickt, aus denen sie sich kaum mehr befreien kann.
Kritik: Der dänische Regisseur Lars von Trier hat sich selbst zum Spezialisten für amerikanische Geschichte erklärt. Darin sieht er seine Mission. "Manderlay" ist Teil zwei der mit Dogville begonnenen Trilogie. Grace ließ Dogville in den 20er-Jahren zutiefst enttäuscht mit folgenden Worten hinter sich: „Wenn es irgendwo auf dieser Welt eine Stadt gibt, ohne die die Welt etwas besser dran wäre, dann ist es diese“. Doch damals wusste sie nicht, dass sie in den 30er-Jahren im amerikanischen Manderlay landen würde, und dass ihre Erfahrungen dort genauso traumatisch ausfallen würden wie in Dogville.Trier reduziert – wie bereits in "Dogville" – die Dekoration auf ein Minimum, wie man es häufig in Theaterstücken findet. Die Schauspieler agieren im Studio, Häuser sind nur im Grundriss aufgezeichnet. Es gibt nur wenige Requisiten in diesem Film. John Hurts Stimme aus dem Off erzählt, worum es geht.
Die 139-minütige Geschichte soll vor allem das amerikanische Publikum aufrütteln: „Es ist meine Pflicht zu provozieren“, sagt der dänische Regisseur und fährt fort: „Man reagiert nur dann stark auf eine Provokation, wenn etwas daran ist“. In der Pressekonferenz in Cannes 2005 betitelte er den amtierenden amerikanischen Präsidenten als „asshole.“ Er bekräftigte, dass dies keine Beleidigung sei, denn „America is shitting on the world“. "Manderlay" muss ohne einen Star der A-Riege auskommen, denn Nicole Kidman, die die Grace in "Dogville" spielte, sagte ab. Übernommen hat ihre Hauptrolle die noch sehr junge Schauspielerin Bryce Dallas Howard, die den Part mit mehr Naivität spielt. Dennoch gelingt es ihr auch, den dominanten Teil ihrer Rolle gut auszufüllen. Inspiriert wurde Lars von Trier u.a. von der Dreigroschenoper Bertolt Brechts.
Schon alleine aufgrund seines minimalistischen Dekors und den auf die erdige Farbskala reduzierten Kostüme ist "Manderlay" nicht leicht anzusehen. Der Film selbst verzichtet zusätzlich komplett auf Musik. Am anstrengendsten jedoch ist die besserwisserisch lehrerhafte Haltung Lars von Triers, die in der Geschichte permanent durchblitzt. Wie eine Erlösung wirkt deshalb nach ca. 130 Minuten die Abspannmusik David Bowies mit seinem Song „Young Americans“, die auch schon in "Dogville" im Abspann zu hören war. Zu sehen sind dazu mehrere Dutzend Fotos des dänischen Fotografen Jacob Holt, die sehr eindrucksvoll sind. Er porträtierte Mitglieder des Ku Klux Klan, Martin Luther King, US Soldaten im Vietnam, arme schwarze Kinder etc. Bis Lars von Trier seinen letzten Teil der Amerika-Trilogie mit dem Titel "Washington" in Angriff nehmen wird, wird es wohl noch ein wenig dauern, denn der Regisseur fühlt sich „noch nicht reif dafür.“Nana A.T. Rebhan
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Manderlay
Ein Film von Lars von Trier
(USA, Dänemark, 2004, 144 Min.)
Mit: Bryce Dallas Howard, Isaach de Bankolé, Danny Glover, Jeremy Davies, Mam Lauren Bacall, Chloë Sevigny
Wettbewerb Cannes 2005
21.05 um 22.45 Uhr auf ARTE
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Amerikanische Geschichte aus dänischer Perspektive



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