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Sonntag, 20. September 2009
| 12:55 |
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Meine Wiederholung
Gegen den Strom
Im Mittelpunkt des ersten Teils der vierteiligen Dokumentation stehen die ersten 50 Lebensjahre von Mao, von seiner Geburt 1893 in einem entlegenen Dorf Chinas bis zur völligen Machtübernahme der Kommunistischen Partei Chinas beim VII. Parteitag im Jahr 1945. |
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Sonntag, 20. September 2009 um 12.55 UhrWiederholungen:
Im Mittelpunkt des ersten Teils der vierteiligen Dokumentation stehen die ersten 50 Lebensjahre von Mao, von seiner Geburt 1893 in einem entlegenen Dorf Chinas bis zur völligen Machtübernahme der Kommunistischen Partei Chinas beim VII. Parteitag im Jahr 1945. Mao wurde am 26. Dezember 1893 in einem Dorf in der chinesischen Provinz Hunan als Sohn eines Bauern von bescheidenem Wohlstand geboren. Nach dem Besuch der Dorfschule genoss er eine weiterführende Schulbildung im westlichen Stil und konnte anschließend studieren. 1921 begab er sich mit elf Gesinnungsgenossen zum Gründungskongress der Chinesischen Kommunistischen Partei nach Shanghai. Einige Monate zuvor hatte er Yang Kaihui geheiratet, die Tochter seines Soziologieprofessors, eines bekannten Progressisten. Mao erkannte, dass die insgesamt 500 Millionen Bauern die Hoffnung der Kommunisten in China waren, und begann zusammen mit seiner Frau 1924 mit der Mobilisierung von Dorfschulen und Bauernvereinigungen in seiner Heimatprovinz. Schon bald handelte er sich sein erstes Todesurteil ein. |
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Sonntag, 20. September 2009
| 14:00 |
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Meine Wiederholung
Der Zauberlehrling14 Jahre nach dem Ende des "Langen Marsches" war Mao zum unbestrittenen Anführer Chinas geworden. |
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Sonntag, 20. September 2009 um 14.00 UhrWiederholungen:
Der zweite Teil der Dokumentation beginnt mit der japanischen Kapitulation 1945, zeigt die "Hundert-Blumen-Bewegung" und endet mit dem "Großen Sprung nach vorn", der sich als Misserfolg erweisen sollte und der zu einer der weltweit größten Hungerkatastrophen führte.
14 Jahre nach dem Ende des "Langen Marsches" war Mao zum unbestrittenen Anführer Chinas geworden. Jetzt stellte sich die Frage, wie diese Macht zu nutzen war. Maos dritte Frau hatte ihn ein Jahr nach dem Ende des "Langen Marsches" verlassen. Er hatte sie mehrfach vergeblich gebeten, zu ihm zurückzukehren. Sie besaß eine außergewöhnliche Charakterstärke, und die Frage ist berechtigt, ob die Geschichte anders verlaufen wäre, wenn die beiden ein Paar geblieben wären. Der Krieg gegen Japan hatte Mao an die Macht gebracht, und der Koreakrieg lieferte den Kontext, um diese Macht zu radikalisieren. Der Koreakrieg kostete 140.000 Chinesen das Leben, darunter Maos ältesten Sohn aus seiner ersten Ehe. Maos Traum war ein prachtvolles China. Anfangs ermutigte er die Intellektuellen, ihre Kritik am neuen Regime zu äußern, um "hundert Blumen blühen zu lassen". Als die Intellektuellen ihn beim Wort nahmen, wurden sie aufs Land geschickt und dazu verurteilt, bis an ihr Lebensende Mist zu schaufeln. Die Kritik war erstickt, was dem "Großen Sprung nach vorn" den Weg ebnete. Eine Kampagne zur Industrialisierung Chinas zog die schlimmste aller weltweiten Hungersnöte nach sich. Diese Katastrophe hatte solche Ausmaße angenommen, dass sich Mao zur - lustlos vorgetragenen - Selbstkritik vor den Mitgliedern der Partei veranlasst sah, eine Erfahrung, die ihn rasend vor Zorn machte. Er fand heraus, dass seine Untergebenen seine Privatkonversationen bis in sein Schlafzimmer abgehört hatten, um über seine Pläne informiert zu sein und nicht von einem plötzlichen politischen Umschwung überrascht zu werden. Wie so oft im Verlauf seiner Karriere zog sich Mao von allen zurück, beobachtend und abwartend. |
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Sonntag, 20. September 2009
| 15:00 |
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Meine Wiederholung
Die Revolution ist kein Gala-Diner(3/4): Die Hungersnot in China 1959 bis 1969 |
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Sonntag, 20. September 2009 um 15.00 UhrWiederholungen:
Der dritte Teil der Dokumentation beginnt mit der Hungersnot in China 1959 und endet 1969. In diesem Jahr wurde die Kulturrevolution offiziell für beendet erklärt, doch der Prozess ließ sich nicht so schnell stoppen. Liu Shao-ch'i, Tschu En-lai, Lin Piao, Jiang Qing und Tschen Boda waren die wichtigsten Akteure dieser dramatischen Periode, die kaum einer unbeschadet überstand und an deren Ende Mao die Macht wieder fest in den Händen hielt. Nach der verheerenden Hungersnot und der Niederlage des "Großen Sprungs nach vorn" erklärte Mao öffentlich, dass er die täglichen Regierungsgeschäfte der neuen Führungsgeneration überlasse, der ein gewisser Deng Xiaoping angehörte. Tatsächlich ließ er genügend "politische Leine", sodass sich die anderen darin verstrickten. Sogleich denunzierte er sie als auszumerzende bürgerliche Elite innerhalb der Kommunistischen Partei. Er verließ seine Frau, Jiang Qing. "Ich war Maos Hund", sagte sie später. "Er sagte mir, wen ich beißen sollte, und ich biss." Die Kulturrevolution hatte begonnen. Mao sperrte sich gegen den Gedanken eines reichen China. Er zog das Konzept des revolutionären Staates vor. Im Grunde bedeutete dies, dass die Nation um jeden Preis loyal hinter seinen Ideen stand. Die "Mao-Bibel", Ikone der Protestbewegungen des Westens in den 60er Jahren, war in China zugleich heilige Schrift und Talisman für eine ganze Generation von Gymnasiasten. Die über hundert Millionen Städter Chinas waren bestrebt, ihre wachsende Ergebenheit gegenüber dem "Großen Steuermann" unter Beweis zu stellen. Schüler erschlugen ihre Lehrer oder zwangen sie, sich selbst in die Luft zu sprengen, um ihre Verachtung der "alten Werte" zu bekunden. Die kriegerischen Fraktionen gerieten außer Kontrolle. An seinem 73. Geburtstag im Dezember 1966 brachte Mao einen Toast auf den "neuen Bürgerkrieg" aus. Als dieser Krieg 1970 zu Ende ging, waren eine Million Menschen darin umgekommen. Millionen anderer mussten in abgelegenen Dörfern manuelle Strafarbeiten erledigen, um ihre "falschen Ideen" zu korrigieren. Selbst Mao-Anhänger wie Sydney Rittenberg saßen im Gefängnis. Nur die Bauern überlebten relativ unversehrt. Während des ganzen ersten Jahres der Kulturrevolution herrschte in China das Chaos. Mao, dessen politische Antennen bewundernswert gut funktionierten, begriff, dass er am Rande des Abgrunds stand. Die Armee, die ursprünglich nicht eingreifen sollte, wurde hinzu gerufen und die Ordnung mit Waffengewalt wiederhergestellt. Darauf folgte eine Dekade der abstumpfenden Gedankenkontrolle. Unterhaltung beschränkte sich auf acht ausgewählte revolutionäre Modellopern. Alle Fahrräder waren schwarz, Verzierungen waren verboten. Die alte Ordnung war zerstört, aber Mao hatte keinen Ersatz. Die maoistische "Therapie" erwies sich als schlimmer als die "Krankheit", die sie heilen sollte. |
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Sonntag, 20. September 2009
| 16:05 |
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Meine Wiederholung
Mao ist nicht tot(4/4): Die letzten Jahre der Herrschaft Mao Tse-tungs |
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Sonntag, 20. September 2009 um 16.05 UhrWiederholungen:
Der vierte Teil der Dokumentation zeigt die letzten Jahre der Herrschaft Mao Tse-tungs. Zu Beginn der 70er Jahre stand Mao auf dem Höhepunkt seiner Macht. Doch der Kampf um seine Nachfolge beginnt bereits. Dem Revolutionskurs von Maos Frau und der Viererbande standen pragmatische Männer wie Hua Kuo-feng und Deng Xiaoping gegenüber, die als Sieger hervorgingen. Was bleibt von Mao und wie hat sich China nach dem Tod des Mannes verändert, der zugleich der erste Kommunist und der letzte Kaiser war? Zu Beginn der 70er Jahre befand sich Mao auf dem Höhepunkt seiner Macht. Mit einem Besuch in Peking setzte Präsident Nixon einen Schlussstrich unter 25 Jahre Feindseligkeit zwischen China und den USA. Edward Heath, Helmut Schmidt und andere taten es ihm gleich. Aber Mao alterte. Sein Leben drehte sich um seine letzte Gefährtin, Zhang Yufeng, die seine gebrummten Befehle deutete und ihm die Märchen aus "Die Reise nach dem Westen" vorlas. Die ihm so wichtige Kulturrevolution ging weiter. In seinem Herzen wusste Mao jedoch, dass seine letzte übermenschliche Anstrengung für ein grundlegendes Umdenken der Chinesen gescheitert war. Maos Ehefrau Jiang Qing war verhasst für ihren Machthunger, ihre Rachsucht und ihre kleinliche Arroganz. Bis zum Ende klarsichtig, sagte Mao ihr voraus, dass sie nach seinem Tod auch fallen würde. Aber er wusste auch, dass er nur sie hatte, um sein Erbe zu verteidigen. Einen Monat nach Maos Tod wurden Jiang Qing und der kleine Kreis um sie herum verhaftet. Die Revolution war vorüber und mit ihr der chinesische Kommunismus. China beschreitet seit nunmehr 25 Jahren den Weg des Kapitalismus, wobei der Wohlstand an erster und die Ideologie an letzter Stelle kommt. Maos Andenken bleibt jedoch allgegenwärtig. Sein Regime hat mehr Tote zu verantworten als das Hitlers und Stalins zusammengenommen. Der charismatische und scharfsinnige, grobschlächtige, lüsterne und Ketten rauchende Bauer hielt China jahrzehntelang unter eisernem Joch. Eines Tages werden die Chinesen die Courage aufbringen, sich mit dem von Mao eingerichteten politischen System auseinander zu setzen. Mao Tse-tung starb am 9. September 1976 und wurde im Pantheon der Götter und Volkshelden bestattet. Die Unterschiede zwischen dem heutigen China und Maos China sind weniger krass, als es scheinen mag. Mao stellte die chinesische Einheit wieder her und gab dem chinesischen Volk Selbstvertrauen und das Vertrauen in die eigene Nation zurück, nach 150 Jahren des allmählichen Niedergangs, der Auflehnung gegen die Westmächte und der durch diese erfahrenen Erniedrigungen. Dass Mao sich des Marxismus bediente - und dass seine Nachfolger jetzt bemüht sind, dieses Gesellschaftsmodell zu verändern - ist dabei fast Nebensache. Natürlich ist dieser gesellschaftliche Wandel zentrales Anliegen der derzeitigen chinesischen Politik. Die Art und Weise der praktischen Umsetzung wird sich nicht nur auf die 1,3 Milliarden Chinesen auswirken, sondern indirekt auch auf die Bevölkerung der westlichen Welt. Die chinesische Einheit und die Wiederherstellung des Nationalstolzes sind die zwei Erbschaften Maos, die eine Wiedergeburt Chinas als moderner Staat ermöglichten. Er stellte die Weichen für eine Zeit, in der sich für China die Möglichkeit eröffnete, das Potenzial zur Weltmacht zu entwickeln. |
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