Paris 1789. Der Marquis, ein ausgesprochen eloquenter Cockerspaniel, muss wegen Schändung eines Kruzifixes eine Gefängnisstrafe in der Bastille absitzen. Während draußen die französische Revolution kurz vor dem Ausbruch steht, verbringt der Marquis seine Zeit mit dem Schreiben anrüchiger und obszöner Literatur und muss sich zugleich immer wieder den Annäherungsversuchen seines Kerkermeisters, einer bisexuellen Ratte, erwehren. Sein einziger Freund und Gesprächspartner ist sein überdimensionales Geschlechtsorgan namens Colin. Dieser führt ein reges Eigenleben und steht dem redegewandten Marquis in nichts nach.
Als die Kuh Justine dem Gefängnispfarrer beichtet, dass der König sie vergewaltigt und geschwängert habe, soll der Marquis als Sündenbock herhalten. Justine wird zum Marquis in die Zelle gesperrt, um ihm die Vaterschaft ihres Kindes anzuhängen. Doch zu Colins Leidwesen imponiert der Marquis ihr lediglich mit seinen literarischen Ergüssen.
"'Marquis' ist ein satirisches, bissiges, manchmal gar böswilliges Puppenspiel für Erwachsene, ein obskurer Misch aus 'Animal Farm' und intellektuellem Exploitationfilm."
Manifest Filmmagazin
Der Priester erfährt von dessen künstlerischem Genie, stiehlt alle Aufzeichnungen und lässt sie unter dem Namen "de Sade" veröffentlichen. Derweil kann die Mätresse des Gefängnis-Gouverneurs, eine Kollaborateurin der revolutionären Partei, ihre Mitstreiter befreien. Der Marquis schließt sich ihnen an. Ob ihm die Flucht gelingen wird, bevor der Sturm auf die Bastille beginnt?
Inspiriert von den Schriften de Sades schufen Henri Xhonneux und Roland Topor zum 200. Jahrestag der Französischen Revolution ein verstörend schönes Figurenspiel weit jenseits des guten Geschmacks. Entstanden ist eine erstaunlich homogene Figurenwelt, deren einfallsreiche visuelle Gestaltung absolut sehenswert ist. Auch die raffinierten Dialoge überzeugen durchaus. Die tiefsinnigen Gespräche zwischen Hund und Schwanz tragen einen herrlich grotesken Charme, der den Zuschauer nie vor den Kopf stößt, sondern allenfalls seine Lachmuskeln strapaziert.
Eine rabenschwarze Muppet-Show für Erwachsene, eine schamlose Gesellschaftssatire und eine Hommage an einen der skandalösesten Schriftsteller überhaupt, die amüsant offenbart, dass ein Künstler immer nur so pervers ist, wie die Gesellschaft, die ihn geprägt hat.
"Dieser Film ist herrlich! Der obszöne Humor bewegt sich nie auf flachem Stammtischniveau, dafür spielen sich viel zu viele Gags im köstlichen Dialogwitzbereich ab. Die trockenen Gespräche des Hundes mit seinem Penis wirken nie abstoßend vulgär, sondern sind wegen der hohen Dialogqualität immer belustigend und amüsierend."
Mitternachtskino
Sehen Sie den Trailer des Films:
Mit freundlicher Genehmigung von BILDSTÖRUNG. Der Trailer ist auszugsweise der 2-DVD-Box zum Film entnommen.
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