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30/09/04

Martin Luther King

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“Ich habe einen Traum, dass eines Tages meine vier Kinder nicht nach ihrer Hautfarbe, sondern nach ihrem Charakter beurteilt werden." Matin Luther King hat die Verwirklichung seines Traumes nicht mehr erlebt. Er fiel einer Verschwörung von Mitgliedern der Mafia und der US-Regierung zum Opfer.

Michael King jun. wurde am 15. Januar 1929 in Atlanta, Georgia, als Sohn eines farbigen Geistlichen und einer Lehrerin geboren. Aus Bewunderung für den Reformator ließ sein Vater sowohl seine eigenen wie auch die Vornamen seines Sohnes in Martin Luther umwandeln.

King studierte am Morehouse College/Atlanta, dann am Crozer Theological Seminary in Chester wo er als bester Student einen Preis und ein Stipendium gewann, das ihm erlaubte, beliebige Studien an der Universität seiner Wahl fortzusetzen. Ab 1951 studierte er am Boston College und promovierte dort 1955 zum Dr. phil. Gleichzeitig besuchte er auch philosophische Vorlesungen der Harvard-Universität. 1954 erhielt er den Pfarrbezirk der Dexter Avenue Baptist Church in Montgomery, Alabama zur seelsorgerischen Betreuung.

Etwa seit Mitte der 50er Jahre trat King als Kämpfer für die Bürgerrechte des schwarzen Bevölkerungsanteils in den Vereinigten Staaten hervor.

Im Sinne Gandhis leitete King eine gewaltlose Ungehorsamkeitskampagne zur friedlichen, aber systematischen Verletzung des Rassentrennungsgesetzes des Südens ein. King nahm selbst in vorderster Front an zahllosen Demonstrationen und Protestaktionen gegen die Diskriminierung der Farbigen teil, um den Terror abzufangen. Er wurde bis zuletzt immer wieder verhaftet und verurteilt, mehrfach gab es Anschläge rabiater Rassisten auf ihn, seine Familie und sein Haus.

Kings erster Erfolg war 1956 die Aufhebung der Rassenschranke in den öffentlichen Verkehrsmitteln von Montgomery/Alabama Während des Schulskandals in Little Rock warnte King bereits: "Die Neger werden sich eines Tages bewaffnen und den Verfolgungen seitens der Weißen mit Gewaltmaßnahmen begegnen." In diesem Sinn appellierte King 1962 an Präsident Kennedy.

Die Bürgerrechtsvorlage Kennedys 1963 und die Billigung des entsprechenden Gesetzes im Juni 1964 durch den amerikanischen Senat wurde von King als "Meilenstein auf dem Weg zur Gerechtigkeit" bezeichnet.

Bei den Unruhen im April 1963 in Birmingham/Alabama zeigten sich King und seine gemäßigten Mitstreiter noch einmal als Herren der Lage. Erhebliche Zugeständnisse wurden erreicht. Die Unruhen und Plünderungen des Jahres 1964 in New York, Rochester und Philadelphia sahen King wieder an der Spitze der ausgleichenden, aber zunehmend von militanteren Kräften unter den Schwarzen in Bedrängnis gebrachten Kräfte. Ende Oktober 1964 erhielt King den Friedensnobelpreis. Er wurde Ehrendoktor verschiedener amerikanischer und auswärtiger Universitäten. Im Sommer 1965 predigte King im von Rassenunruhen schwer betroffenen Stadtteil Watts von Los Angeles gegen den Hass.

Der Missisippi-Marsch der Zwanzigtausend im Juni 1966 ratifizierte dann die neue Parole von der "schwarzen Macht". Durch das Attentat auf Meredith endete die verhältnismäßig begrenzte Demonstration in unverkennbare Radikalisierung. King beugte sich der Kampfstimmung, indem er die neue Parole unter dem Vorbehalt billigte, sie dürfe keinen schwarzen Nationalismus oder umgekehrte Rassentyrannei bedeuten.

Auf der "Black-Power-Konferenz" in Newark, der nach Detroit von den "riots" des Sommers 1967 am meisten betroffenen Stadt, forderten 1 100 Delegierte im Juli 1967 u. a. die Teilung der USA in einen weißen und einen schwarzen Staat, also das genaue Gegenteil der Bestrebungen der Bürgerrechtsbewegung. Im August 1967 erklärte King in Atlanta, dass der gewaltlose Widerstand noch immer die schlagkräftigste Waffe sei. Rassenunruhen schadeten niemand mehr als den Schwarzen selbst.

Ständige Bedrohung - King war bereits zweimal Ziel von gefährlichen Anschlägen geworden, - scheint in ihm Todesahnungen erzeugt zu haben. "Was auch immer passieren mag, hat jetzt keine Bedeutung mehr. Ich habe auf dem Gipfel des Berges gestanden". Diese Worte sprach der erst 39jährige King in Memphis/Tennessee, 24 Stunden bevor er am 4. April 1968 auf dem Balkon des Hotels "Lorraine" erschossen wurde.

Die Nachricht verursachte neue schwere Rassenunruhen in den amerikanischen Städten mit Schwerpunkten in Washington und Chicago. In Gottesdiensten und Trauerparaden gedachten die USA Kings; im ganzen Land war halbmast geflaggt. In der ganzen Welt löste die Nachricht Trauer und Bestürzung aus. King hatte für 1968 einen großen Feldzug gegen die Armut geplant, der dann auch durchgeführt wurde. King wurde in Atlanta unter Teilnahme vieler führender US-Politiker feierlich beerdigt.

Nach 65tägiger Suche wurde Anfang Juni 1968 der Mörder Kings, James Earl Ray, auf dem Londoner Flugplatz festgenommen, als er sich mit falschem Pass ins Flugzeug nach Angola begeben wollte. Mitte Juli 1968 liess sich Ray freiwillig an die USA ausliefern. Der Prozess gegen ihn - in dem er sich schuldig bekannte - endete am 1969 mit einer Verurteilung zu 99 Jahren Zuchthaus. Die Witwe Kings, aber auch zahlreiche andere Beobachter gaben danach ihrer Überzeugung Ausdruck, dass es sich bei dem Attentat um eine Verschwörung gehandelt hat.

In einem Zivilgerichtsverfahren im US-Bundesstaat Tennessee kommen 1999 die Geschworenen zu dem Urteil, dass der Bürgerrechtler Martin Luther King 1968 nicht dem Anschlag eines Einzeltäters zum Opfer fiel. Das Gericht fand klare Beweise für eine Verschwörung von Mitgliedern der Mafia und der US-Regierung.

Der wegen Mordes an Martin Luther King zu 99 Jahren Haft verurteilte James Earl Ray stirbt 1998 in einem Gefängnis des US-Bundesstaates Tennessee. Er beteuerte bis zuletzt seine Unschuld, nachdem er sein Tateingeständnis kurz nach seiner Verhaftung widerrufen hatte.
Quelle: Munzinger / ARTE

Erstellt: 30-09-04
Letzte Änderung: 30-09-04