Samstag, 18. April 2009 um 19.00 Uhr - 15/04/09
Medellin – von der Drogenhauptstadt zur Touristenattraktion
Von Marco Berger – ARTE GEIE - Deutschland 2009
Nicolas Solorzano, Chef einer Reiseagentur in Kolumbiens zweitgrößter Metropole Medellin, bietet ausländischen Besuchern eine weltweit wohl einzigartige City-Tour an.
Interessant sind für den jungen Unternehmer ausschließlich Orte in der Viermillionenstadt, die in einem Zusammenhang mit dem 1993 verstorbenen Chefs eines der mächtigsten Verbrechersyndikats aller Zeiten stehen: Pablo Escobar.
Escobar bedrohte, folterte und mordete – keine Grausamkeit war dem Boss des Medellin Kartells fremd, um seine Interessen beim Handel mit Kokain durchzusetzen. Am Ende war der Kolumbianer einer der reichsten Männer der Welt, baute sich sein eigenes Gefängnis und bot der Regierung an, Kolumbiens Auslandsschulden zu bezahlen, wenn sie ihn dafür freiließe.
Mit den Spuren, die Escobar hinterlassen hat, macht Nicolas Solorzano sein Geld. In einer vierstündigen Stadttour fährt der junge Unternehmer Touristen zum Wohnhaus und der Gebetsstätte des ehemaligen Drogenbosses, zeigt ihnen, wo der Kartellchef seine Autobomben zünden ließ und seine letzte Ruhe fand, eine Pilgerstätte in Medellin. Nur das Grab von Argentiniens ehemaliger First Lady, Evita Peron, hat noch mehr Besucher.
Der Chefredakteur vom Stadtsender Telemedellin, dem Sprachrohr des Bürgermeisters, ist glücklich über soviel Auftrieb: „Keine Touristenattraktion spült so viele Devisen in die Kassen der Stadt wie die Geschichten um den einst grausamsten Verbrecher der Welt.“
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ARTE Reportage
Samstags um 19.00 Uhr
ARTE G.E.I.E. - Frankreich - 43 Min.
Wiederholung montags um 6.45 Uhr und samstags um 6.00 Uhr
Erstellt: 15-04-09
Letzte Änderung: 15-04-09